Hildesheim - Laufen, schauen, schießen – beim Skaterhockey passiert quasi alles gleichzeitig. Das erfordert ein Höchstmaß an Koordination. Levi Weimann kann das. Geschwind und flink umkurvt er die Gegenspieler und schießt den Ball fast ansatzlos aufs Tor.
Was die Sache so erstaunlich macht: Levi ist zehn Jahre jung – und trickst so manchen Erwachsenen aus. Sein Vater Thimo Kuhnert (52) und sein großer Bruder Jakob (23) können ein Lied davon singen. Auch sie spielen Skaterhockey – und geben freimütig zu: „Gegen Levi haben wir keine Chance.“
Der Junge hat was drauf
Es ist gerade mal zwei Jahre her, als Thimo Kuhnert seinen Sohn mal zum Training beim MTV 48 Hildesheim mitnahm. Levi, der schon ganz gut auf Rollen unterwegs war, hatte sofort Spaß. Die erfahrenen Cracks, darunter einige ehemalige gestandene Eishockeyspieler wie Gerrit De Boer, staunten: „Der Junge hat was drauf.“
Ich wollte aber auch mal gegen andere Mannschaften spielen
Trainer De Boer forderte und förderte Levi – und der lernte schnell, machte rasante Fortschritte. Das Problem: Die MTVer sind ein Hobbyteam und absolvieren keine Punktspiele. „Ich wollte aber auch mal gegen andere Mannschaften spielen“, sagt der Zehnjährige.
Also machten sich sein Vater und er auf die Suche – und wurden in Algermissen fündig. „Beim TV Eintracht Algermissen gibt es ein Senioren- und ein Juniorenteam, die am Ligabetrieb teilnehmen“, berichtet Kuhnert. Levi spielte vor, wurde gleich akzeptiert und überzeugte auch TVE-Trainer Thomas Faelligen mit seinen Fähigkeiten.
Niederlagen gegen starke Gegner
So bestritt Levi bald seine ersten Punktspiele in der niedersächsischen Schülerliga – und musste lernen, mit Niederlagen umzugehen. Denn die Gegner Empelde Maddogs, Bissendorfer Panther, Jade Warriors Wilhelmshaven und Salzstadtkeiler Lüneburg waren sehr stark. „Das sind gestandene Teams“, sagt Kuhnert. Ganz im Gegensatz zu den Fire Birds aus Algermissen, wo einige Spieler mitmischen, die noch nicht so fortgeschritten sind. Auch Mädchen sind dabei, Team-Kapitänin ist Emilia Süß.
Die ein oder andere zweistellige Niederlage nahm den Fire Birds nicht den Spaß am Skaterhockey. Ganz im Gegenteil: Es ist Ansporn, sich zu steigern. Levi Weimann trainiert nun doppelt – in Hildesheim und Algermissen. „Vor allem der Vergleich mit den Erwachsenen beim MTV hat ihn enorm vorangebracht“, berichtet sein Vater. Jedes Mal, wenn Levi den Großen ein Schnippchen schlägt, huscht ein verschmitztes Lächeln über sein Gesicht.
Plötzlich ein Anruf ...
Je näher das Turnier rückt, um so aufgeregter wird Levi
Dann bekam er plötzlich einen Anruf von Oliver Klingemann. Der ist Trainer der niedersächsischen U13-Skaterhockey-Junioren und nominierte Levi Weimann für den Länderpokal am kommenden Wochenende in Fürstenwalde. „Klar habe ich mich riesig gefreut“, sagt der Elisabeth-Schüler. Und sein Vater berichtet: „Je näher das Turnier rückt, um so aufgeregter wird Levi. Aber das ist ganz normal.“
Für uns wäre Platz drei oder vier sehr gut
In Brandenburg treffen die Niedersachsen auf sechs Mannschaften aus anderen Bundesländern. Favoriten sind die Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen und Bayern. „Für uns wäre Platz drei oder vier sehr gut“, glaubt Levi. Auf jeden Fall ist es eine aufregende Sache, zusammen mit den Teamkollegen im Hotel zu übernachten und ein großes Turnier zu spielen. Ein weiterer Vorteil des jungen Hildesheimers: Er ist flexibel, kann vorn und hinten spielen.
Für Levi ist es eine weitere Erfahrung, die ihn voranbringen wird
Thimo Kuhnert ist überzeugt: „Für Levi ist es eine weitere Erfahrung, die ihn voranbringen wird.“ Sein Sohn ist übriges großer Eishockey-Fan. „Ich würde sehr gern Eishockey spielen“, sagt er. Aber der Aufwand wäre sehr groß. Dann müssten ihn Vater oder Mutter Pia-Maria Weimann zum Training nach Hannover oder Salzgitter fahren.
„Skaterhockey ist eine gute Alternative“, sagt Kuhnert. Aber für die weitere Zukunft sei Eishockey vielleicht eine Option. Auch da könnten ihm die Ex-Eishockey-Spieler beim MTV sicher einige Tricks verraten. Aber jetzt geht es erstmal zum Länderpokal nach Fürstenwalde.
Hier kann man spielen
Skaterhockey ähnelt dem Inlinehockey. Der Unterschied: Skater spielen mit einem Ball, Inliner mit Puck. Gespielt wird in Fünfer-Teams plus Torwart (2x20 Minuten). Beim TV Eintracht Algermissen können Kinder (6 bis 14 Jahre) und Erwachsene reinschnuppern in den rasanten Sport. Infos unter Telefon 0160-97501456 oder Mail: hockey.algermissen@web.de sowie unter tve-algermissen.de. Auch beim MTV 48 Hildesheim gibt es ein Angebot.


