Hildesheim - Seit fünf Monaten dienen sie als Übergangszuhause für 152 Flüchtlinge aus der Ukraine. Doch die Tage der Häuser in der Renatastraße 1, 1b und 2 sowie Hohnsen 60 und 60a sind gezählt: Die Lüder-Gruppe arbeitet hinter den Kulissen weiter an ihren Plänen für die Hohnsen-Höfe – einem Gebäudekomplex mit voraussichtlich etwa 130 Studentenwohnungen, gastromonischen Betrieben, Dienstleistern sowie Büros.
Lüder wollte mit den Plänen eigentlich schon weiter sein
Eigentlich wollte Firmenchef Sebastian Lüder längst weiter sein. Doch das Vorhaben verzögerte sich, aus mehreren Gründen. Und so konnte die Freie evangelische Gemeinde (FeG) bei dem Unternehmer erfolgreich darum werben, die leerstehenden Häuser an der Ecke Renatastraße/Hohnsen als vorübergehende Bleibe für die Flüchtlinge herzurichten – was auch daran lag, dass FeG-Vertreter Sven Hirsch als Architekt für Lüder die Hohnsen-Höfe entworfen hat.
Doch die sollen nach wie vor entstehen; die FeG hatte mit Lüder vorneherein ausgemacht, die Gebäude Ende Februar zu räumen. Dabei bleibe es, sagt Hirsch: Die Gemeinde wolle demnächst anfangen, neue Wohnungen für die Ukrainer zu suchen, es gebe erste Gespräche.
Stadt und Unternehmen stimmen Pläne für Hohnsen-Höfe ab
Solche laufen auch zwischen dem Unternehmen und der Stadtverwaltung: Man stimme gerade das Konzept ab, sagt Baudezernentin Andrea Döring; voraussichtlich im November/Dezember stehe als nächster Schritt die Auslegung des Bebauungsplanes ab, der Punkt komme dann in den Stadtentwicklungsausschuss. Mit dem Satzungsbeschluss – ohne den es keine Baugenehmigung gibt – rechnet Döring im März oder April.
Lüder wünscht sich den Beschluss zwar eigentlich bis zum Ende des Jahres. Gleichwohl zeigen sich sowohl er als auch Döring zuversichtlich, sich über alle offenen Fragen einigen zu können. Worum es bei diesen genau geht, wollen beide Seiten für sich behalten. Doch die Baudezernentin betont: Die Stadt habe ein großes Interesse an dem Lüder-Projekt. „Wir brauchen in Hildesheim kleine Wohnungen – und auch an dieser Stelle.“
Die stehen auch für Lüder im Mittelpunkt. Der will in den Hohnsen-Höfen neben drei Gastronomie-Betrieben und Büros auch ein Fitnessstudio, eine Praxis für Physiotherapie und einen Fahrradladen unterbringen. „Der Bedarf in diesem Bereich – auch für Serviceleistungen – wird doch gerade immer größer.“ Der Unternehmer zeigt sich indes bei der jetzigen Nutzung der Bestandsgebäude als Flüchtlingsunterkunft sehr großzügig: Er nimmt keine Miete und trägt zudem die Nebenkosten.
