Unterricht für Binnenflüchtlinge

Ukrainehilfe: Dieses Hildesheimer Restaurant nimmt jetzt wieder Spenden an

Hildesheim - Taras Savchuk lebt in Hildesheim, stammt aber aus Luzk in der Ukraine. Seit dem Ausbruch des Krieges dort organisiert er Hilfstransporte. Bis Mitte August nimmt das Restaurant Alazani im Immengarten, in dem er jobbt, nun wieder Spenden an.

Taras Savchuk studiert in Hildesheim, kommt aber aus Luzk. Schon mehrfach hat er Hilfstransporte in die Ukraine organisiert. Foto: Moras

Hildesheim - Nach über einem halben Jahr Dauer ist der Krieg in der Ukraine zu einem festen Bestandteil der täglichen Nachrichten geworden. Und zum immer noch aktuellen Anlass für Spenden. Auch Taras Savchuk, der selbst aus der Stadt Luzk in der Ukraine stammt und an der HAWK in Hildesheim studiert, engagiert sich seit dem Überfall auf sein Land für die Menschen dort und organisiert Hilfstransporte.

„Ich konnte 15 000 Euro sammeln, die wir für Binnenflüchtlinge in den Regionen Wolyn, Riwne, Zhythorny und Poltawa ausgegeben haben“, sagt er, „Wie haben zudem 100 Einheiten militärischer Munition für die ukrainische Armee in verschiedene Regionen transportiert und fünf Tonnen an Gütern für die humanitäre Hilfe, also zum Beispiel Medikamente, Kleidung oder Lebensmittel.“ Er begleitet die Transporte selbst, immer wieder fährt er mit Lastern in die Kriegsgebiete. Beim Sammeln von Waren hilft ihm das Restaurant Alazani im Immengarten, in dem Savchuk jobbt. „Hier konnte ich die Spenden immer sammeln und bis zum Transport lagern“, sagt er.

Der Bedarf an Hilfe ist längst nicht gedeckt

Und: Der Bedarf an Hilfe ist längst nicht gedeckt. Der Student sammelt weiter. Die aktuelle Aktion läuft bis zum 15. August. „Ich sammle für das Zentrum für persönliche Entwicklung in Luzk“, sagt er. Und erzählt, wie es dazu kam: „Während meines letzten Aufenthalts in der Ukraine habe ich eine Frau kennengelernt, die es geschafft hat, diese Organisation serlbstständig auf die Beine zu stellen und aufzubauen. Vor allem werden dort kostenloser Unterricht und Workshops für Binnenflüchtlinge, insbesondere für Kinder, angeboten.“ Und die seien deshalb so wichtig, „weil sie die einzige Möglichkeit in Luzk sind, zu lernen. Alle Kindergärten und Schulen sind dort geschlossen.“

300 dieser Kurse habe sie bislang angeboten, 3000 Leute hätten daran teilgenommen. Nun, sagt Savchuk, sammler er weitere Spenden für dieses Zentrum, denn die sollen zum einen dessen Existenz sichern und zum anderen helfen, das Angebot an Unterrichtsstunden weiter auszubauen. „Im Augenblick findet der Unterricht in einem kleinen Raum in der Kirche von Luzk statt“, erzählt Savchuk, „wenn die Organisation sich vergrößern könnte, wäre das ein echter Schritt in ihrer Entwicklung.“

Jede Aktion wird umfassend dokumentiert

In einer Whatsapp-Gruppe mit über 50 Mitgliedern und über seinen Instagram-Account dokumentiert Savchuk mit Waren-Listen und Fotos der Einkäufe sowie der Kassenbons genau, was er mit den Spenden, die bei ihm eingehen, anschafft und an wen er die Sachen verteilt. Das Geld kommt von Privatleuten – und auch von vielen Gästen des Alazani. Hier kann jeder, der spenden möchte, direkt die dafür aufgestellte Dose nutzen. Ansonsten sind auch Überweisungen direkt auf das Paypal-Konto des Zentrums für persönliche Entwicklung in Lutsk möglich: draganchik99@gmail.com. Oder auf das Konto von Taras Savchuk unter der IBAN DE56 1001 1001 2621 7334 30.

Die Summe, die bis Mitte August zusammenkommt, „werde ich in die Uraine mitnehmen und der Organisation persönlich übergeben“, sagt Taras Savchuk. Und wie immer wird er das für alle, die spenden wollen, auch umfassend dokumentieren.

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