Umfrage gestartet: Muss hier bald nicht mehr gefegt werden?

Titel:  Beschreibung: Friedrich Kohlenberg (links) und sein Nachbar Norbert Weich wollen die Straße nicht mehr selber fegen. Sie hoffen darauf, dass viele ihrer Nachbarn für die Straßenreinigung unterschreiben.
Friedrich Kohlenberg (links) und sein Nachbar Norbert Weich wollen die Straße nicht mehr selber fegen. Sie hoffen darauf, dass viele ihrer Nachbarn für die Straßenreinigung unterschreiben.

Von Sebastian Knoppik

Hildesheim. Friedrich Kohlenberg ist es leid. Immer wieder kommt es nach seinen Angaben im Martin-Boyken-Ring in Itzum zu Überschwemmungen, weil die Gullys verstopft sind. Der 68-Jährige hat daher eine Unterschriftenaktion gestartet. Er hofft, dass viele Nachbarn unterschreiben, damit die Stadt hier demnächst auch im Sommer die Straße reinigt.

Schon dreimal hatte Kohlenberg Wasser im Keller. Inzwischen habe er für 7000 Euro eine Mauer bauen lassen, damit der Regen nicht mehr aufs Grundstück gelangt: „Wir können jetzt beruhigt in Urlaub fahren“, sagt der 68-Jährige.

Und trotzdem ärgert es ihn, dass sich das Wasser immer wieder auf Höhe seines Grundstücks am unteren Ende der Straße sammelt. „Am schlimmsten ist es im Spätherbst, wenn die Blätter von den Bäumen fallen.“

Eigentlich sind die Anwohner des Martin-Boyken-Rings verpflichtet, selbst die Straße zu fegen. Die Straße gehört zu jenen in Hildesheim, in denen es nur einen Winterdienst gibt, aber keine Straßenreinigung im Sommer. Viele Anwohner können aber aus Altersgründen nicht mehr selber fegen, was laut Kohlenberg zu den verstopften Gullys führt.

Schon mehrmals hat es nach Angaben von Ortsbürgermeisterin Beate Maria König Versuche gegeben, eine Straßenreinigung für den Martin-Boyken-Ring zu bekommen: „Leider ist nie die erforderliche Zahl erreicht worden.“

Denn damit eine Straße auch im Sommer von der Stadtverwaltung gereinigt wird, müssen mindestens 50 Prozent der Anlieger zustimmen, wie Stadtsprecher Helge Miethe erläutert. „Wenn die Anwohner das wünschen, könnte der Martin-Boyken-Ring also – nach vorheriger Satzungsänderung – in die Sommerreinigung aufgenommen werden.“ Das gilt prinzipiell auch für andere Straßen in der Stadt, bei der die Mehrheit der Anlieger für eine Sommerreinigung votiert.

Allerdings müssen die Hausbesitzer dann auch für die Reinigung bezahlen. Die Kosten hängen davon ab, wie oft die Kehrmaschine durch die Straße fährt. Bei einer Reinigung einmal wöchentlich etwa betragen die jährlichen Kosten 3, 68 Euro pro Frontmeter des Grundstücks. „Davon wird keiner arm“, ist Kohlenberg überzeugt. Er hat daher an alle seine Nachbarn Unterschriftenlisten verteilt – in der Hoffnung, dass sich viele beteiligen und für eine Sommerreinigung stimmen.

Die Unterschriftenlisten können bei Kohlenberg (Hausnummer 124) sowie in der Sprechstunde von Ortsbürgermeisterin König abgegeben werden. Die nächste ist am 19. Juni von 17 bis 18 Uhr im Anbau der Grundschule.

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