Touristen-Attraktion

Hildesheims umgestülpter Zuckerhut ist eingerüstet – was genau dort gemacht wird

Hildesheim - Es ist eine von Hildesheims Touristen-Attraktionen, nebenan ist ein beliebtes Café, doch derzeit springt beim Blick auf den umgestülpten Zuckerhut am Andreasplatz vor allem das Baugerüst ins Auge. Die Details der Bauarbeiten.

Der umgestülpte Zuckerhut in Hildesheim ist derzeit eingerüstet. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Der Umgestülpte Zuckerhut ist ein Hingucker – schließlich wird das Fachwerkhäuschen von unten nach oben immer breiter. Derzeit zieht das Gebäude gegenüber des Andreasplatzes aber aus einem weiteren Grund die Blicke auf sich: Es ist eingerüstet, der Hausherr – die Kaiserhausstiftung Heinz Geyer – lässt die Fassade sanieren.

Dass die Handwerker irgendwann anrücken müssen, sei immer klar gewesen, sagt Hanna Geyer: „Holz arbeitet nun mal!“ Die 72-Jährige sitzt im Stiftungsrat, ihr 2015 verstorbener Mann Heinz hatte den Wiederaufbau des Umgestülpten Zuckerhuts initiiert, dieser ist für Ehepaar stets eine Herzensangelegenheit gewesen. Das Ursprungsgebäude stammte aus dem Jahr 1509, es war beim Luftangriff auf Hildesheim im Zweiten Weltkrieg im. März 1945 zerstört worden. 65 Jahre danach, am 8. Oktober 2010, hatte die Kaiserhausstiftung den neuen Zuckerhut eingeweiht.

Feuchtigkeit macht Holz und Gefache zu schaffen

Der leidet unter Schäden durch Feuchtigkeit: Sie ist durch Risse in die Eichenbalken eingedrungen, hat an einigen Stellen den Putz der Gefache abplatzen lassen. Die Hildesheimer Tischlerei Hessing hat die Risse jüngst verschlossen, am Dienstag rückt der Malerbetrieb Schaare an. Dessen Mitarbeiter behandeln die Balken zunächst mit einer speziellen Seife, schleifen sie an und streichen sie anschließend zweimal mit einer Leinöllasur. Bei den Gefachen entfernt der Schaare-Trupp Staub und Dreck, grundiert diese und streicht sie ebenfalls zweimal.

Die Handwerker brauchen voraussichtlich noch vier Wochen, „wir sind vor Weihnachten durch“, verspricht Schaare Chef Ernst-Martin Grote. Die Kosten belaufen sich nach Angaben von Stiftungs-Geschäftsführer Helmut Marhauer auf rund 30 000 Euro, der größte Teil davon sei finanziert – unter anderem durch eine „großzügige Spende“, berichtet Marhauer. Der würde sich gleichwohl über weitere Geldgeber freuen; der 73-Jährige ist über die Internetseite der Stiftung zu erreichen.

Verkauf im Zuckerhut läuft weiter, auch Café ist geöffnet

Wichtig für alle Freunde des „Kleinen Röstwerks“ im benachbarten Pfeilerhaus und dessen Chocolaterie im Zuckerhut selbst: Sowohl diese als auch das Café selbst sind trotz der Arbeiten geöffnet, auch wenn das Gerüst einen anderen Eindruck vermittelt. Der Wiederaufbau des Zuckerhuts war seinerzeit nicht unumstritten, heute sind die Debatten lange vergessen, das Gebäude steht bei vielen Touristen hoch im Kurs. „Es hat sich gelohnt“, ist Hanna Geyer überzeugt. Ihr Mann wäre im nächsten Frühjahr 100 geworden

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