Teenager durchsucht

Unbekannte geben sich in der Hildesheimer Nordstadt gegenüber Jugendlichen als Polizeibeamte aus

Hildesheim - Während eine Kontrolle der echten Polizei lief, haben sich in der Hildesheimer Nordstadt mehrere unbekannte Personen ebenfalls als Beamtinnen und Beamten ausgegeben und zwei Jugendliche durchsucht. Die Ermittler bitten um Hinweise – und geben Tipps, worauf man im Falle einer Kontrolle achten sollte.

Die Hildesheimer Polizei ermittelt unter anderem wegen Amtsanmaßung. Foto: Chris Gossmann (Symbolbild)

Hildesheim - Am Dienstagmorgen soll es in der Hildesheimer Nordstadt zu mehreren Vorfällen gekommen sein, bei denen sich derzeit Unbekannte als Polizeibeamte ausgegeben haben. Auffällig: Zur gleichen Zeit kontrollierten echte Polizisten unter dem Schwerpunkt Jugendschutz in der Nähe der Tatorte.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilt, sind den Ermittlerinnen und Ermittlern derzeit zwei Vorfälle bekannt. Während eine Beamtin und ein Beamter der Hildesheimer Polizeiinspektion in zivil im Bereich der Ludolfingerstraße unterwegs sind, um zu überprüfen, ob Minderjährige Zigaretten oder Vapes dabeihaben, wird gegen 7.30 Uhr eine 16-Jährige im Bereich Sachsenring/ Ludolfingerstraße von zwei jüngeren Frauen angesprochen. Die Frauen zeigen ihr auf ihren Smartphones Ausweise. Was für Ausweise dies waren, ist der Polizei nicht bekannt. Die 16-Jährige geht anschließend jedenfalls davon aus, dass die Frauen Polizistinnen sind: Daraufhin tastet eine der beiden das Mädchen ab. Danach geht die Jugendliche weiter zur Schule. Gestohlen worden ist ihr nichts. Die angeblichen Polizistinnen sollen blond, circa 23 bis 25 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß gewesen sein.

Ähnlicher Vorfall kurze Zeit später

Etwa 20 Minuten später soll dann etwas Ähnliches in der Ludolfingerstraße passiert sein, wo ein 15-Jähriger von zwei Frauen und einem Mann angehalten und durchsucht wird. Auch in diesem Fall zeigen die angeblichen Polizisten dem Jungen einen vermeintlichen Ausweis auf dem Handy. Später stellt der Jugendliche fest, dass ihm ein persönliches Dokument fehlt.

In diesem Fall werden die mutmaßlichen Täter folgendermaßen beschrieben: Der Mann soll etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß und schlank sein. Er soll unter anderem einen schwarzen Hoodie, eine schwarze Jacke und eine schwarze Hose getragen haben. Seine Haare sollen schulterlang und blond gewesen sein, zudem soll er einen kurzen blonden Bart gehabt haben.

Eine der angeblichen Polizistinnen soll etwa 1,60 Meter groß gewesen sein und längere schwarze Haare haben. Die Zweite sei etwas größer gewesen – 1,70 bis 1,75 Meter groß. Sie soll ein schwarzes Cappy getragen haben. Alle drei wurden auf 20 bis 22 Jahre alt geschätzt.

Darauf sollte man achten

Die betroffenen Jugendlichen meldeten sich später über die Schule bei der Polizei, die die Ermittlungen wegen Amtsanmaßung und Diebstahls aufgenommen hat. Wer Hinweise zu den falschen Polizisten geben kann, möge sich unter der Nummer 05121/939-115 auf der Dienststelle melden.

Außerdem weist Polizeisprecher Jan Makowski darauf hin, dass sich Polizeibeamte insbesondere in zivil immer mit ihren Dienstausweisen ausweisen – und nicht über ein Smartphone. So hätten es auch die echten Einsatzkräfte am Dienstagmorgen getan. „So wie in den beschriebenen Fällen weisen wir uns nie aus, das kommt nicht in Frage“, sagt der Polizeisprecher. Im Zweifel könnte man auch auf der Polizeidienststelle anrufen, um sicherzugehen, dass man einem echten Polizisten oder einer echten Polizistin gegenübersteht. Wie ein Dienstausweis aussieht, kann man sich auf der Website des Landeskriminalamts Niedersachsen anschauen.

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