Barnten - Die Bundespolizei und die Polizei Sarstedt suchen Zeugen für mehrere Straftaten in der Nacht zum Mittwoch, 3. Juni, in Barnten. Die beiden Strafverfolgungsbehörden prüfen zudem, ob die Taten im Zusammenhang mit weiteren stehen, die ebenfalls am Dienstag im näheren Umfeld begangen wurden.
Die Beamten der Bundespolizei ermitteln wegen einer möglichen Manipulation an einem Güterzugwaggon. Was genau an dem Zug gemacht worden sei, will der Sprecher der Bundespolizei Hannover, Robert Dvorak, aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Dabei handele es sich um „Täterwissen“. Ein Mitarbeiter der Bahn habe in der Nacht zum Mitwoch zwischen 2 und 4 Uhr mutwillige Veränderungen an mehreren unbeladenen Waggons eines abgestellten Güterzugs festgestellt und die Polizei eingeschaltet. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Eine Gefahr für Menschen habe allerdings zu keiner Zeit bestanden, sagt Dvorak. „Es geht eher in Richtung Jugendstreich.“
Zusammenhang zwischen Störungen im Nahverkehr nicht bestätigt
Ob es einen Zusammenhang zwischen den massiven Beeinträchtigungen im morgendlichen Nahverkehr auf der Bahnstrecke Hannover in Richtung Hildesheim gibt, könne er nicht bestätigen, so Dvorak. Wegen eines liegen gebliebenen Güterzuges war am Mittwochmorgen nur ein Gleis befahrbar, es kam zu Einschränkungen bei Regional- und S-Bahnen. Konkret betroffen waren die S-Bahn-Linie S 4 und der RE 2 des Unternehmens Metronom. Gegen 8.30 Uhr war die Strecke wieder frei. Es kam aber trotzdem weiter zu Verspätungen und Ausfällen.
Die Polizei in Sarstedt ermittelt währenddessen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Taten am Güterzug und weiteren, fast zeitgleichen Straftaten in der Nähe gibt. Ersten Erkenntnissen zufolge kam es am 2. Juni zu einem Ereignis beim Kreisverkehr an der L 460 im Bereich der Ortschaft Rössing, rund 500 Meter vom Bahnhof Barnten entfernt. Ein Mann soll gegen 20 Uhr einen Stein seitlich gegen ein fahrendes Auto geworfen haben. Er konnte unerkannt flüchten.
Unbekannter schlägt mit einem Autokennzeichen zu
Am Mittwochvormittag kam es gegen 10 Uhr zu einem weiteren Vorfall in der Nähe des Bahnhofs Barnten. Im Bereich des Kiessees Barnten, unmittelbar gegenüber dem Bahnhof, bemerkte ein Passant einen Mann mit einem Autokennzeichen in der Hand. Er sprach den Unbekannten an und wurde von diesem mit dem Schild geschlagen. Dabei verletzte er sich an der Hand. Auch hier flüchtete der Täter. Später stellte sich heraus, dass das Kennzeichen gestohlen worden war.
Ein Zusammenhang zur möglichen Manipulation am stehenden Güterzug im Bahnhof Barnten könne derzeit weder ausgeschlossen noch bestätigt werden, heißt es von der Polizei. Die Polizei Sarstedt hat ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls, Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet.
Polizei hofft auf Zeugenhinweise
Die Polizei Sarstedt und die Bundespolizei bitten Zeugen sowie Anwohnerinnen und Anwohner um Mithilfe, insbesondere um Angaben zu der unbekannten männlichen Person. Informationen zu weiteren Beobachtungen am 2. und 3. Juni sowie Hinweise nimmt die Polizei in Sarstedt unter der Telefonnummer 05066 / 985-0 entgegen.
