Bockenem - Der Leiter der Hildesheimer Autobahnpolizei nennt es „unfassbares Glück“, doch Jörg Eisebitt spricht auch ein explizites Lob für das Verhalten eines Lastwagenfahrers aus, der durch sein schnelles Handeln eine gefährliche Situation auf der A 7 und eine Sperrung verhindert hat, die mutmaßlich länger angedauert hätte.
Wie berichtet, spielte sich der Vorfall am Dienstag auf der Autobahn nahe Bockenem ab. Gegen 12 Uhr war ein 51-jähriger Fahrer eines Sattelzugs aus Gießen in Richtung Norden unterwegs, als er zwischen Rhüden und Bockenem bemerkte, wie sich die Stützen an dem Auflieger in voller Fahrt ausfuhren – den bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge mutmaßlich wegen eines technischen Defekts. Der Fahrer lenkte den Sattelzug geistesgegenwärtig auf den Standstreifen, erst hier setzten die Stützen schließlich auf dem Asphalt auf und rissen ihn auf einer Länge von mehreren Metern auf. „Die Risse sind schon so etwa fünf Zentimeter tief“, verdeutlicht Eisebitt.
Auflieger löst sich schließlich
Der Auflieger löste sich schließlich von der Sattelzugmaschine, touchierte die Außenleitplanke und kam dann sicher zum Stehen. Da die Druckluftleitungen zwischen der Zugmaschine und dem Auflieger rissen, wurde eine automatische Vollbremsung des Anhängers ausgelöst.
Eisebitt macht klar, dass die Situation auch gänzlich anders hätte ausgehen können: Hätte der Fahrer seinen Sattelzug nicht auf den Standstreifen gesteuert und wäre der Auflieger auf einem der Fahrstreifen der Autobahn zum Stehen gekommen, wäre er eine große Gefahr für alle nachfolgenden Fahrzeuge gewesen, die unerwartet hätten ausweichen müssen – und dabei womöglich Kollisionen verursacht hätten. Dank des „couragierten Reagierens“ des 51-Jährigen blieb es jedoch bei Sachschäden.
Beeinträchtigungen während der Bergung
Der beschädigte Auflieger wurde mit einem Kran leicht angehoben, wieder angekoppelt und weggeschleppt. Während der Bergung kam es zu Beeinträchtigungen auf der Autobahn, der Verkehr staute sich auf einer Länge von bis zu fünf Kilometern. Gegen 16 Uhr war die Unfallstelle komplett geräumt. Die Schäden auf dem Standstreifen und an der Außenleitplanke beeinträchtigen den durchgehenden Verkehr auf der A 7 nicht und werden später repariert.

