Hildesheim - All Together Now – also „Jetzt alle zusammen“ - lautete das Motto der Uni-Mittsommernacht und tatsächlich kamen fast alle. „Wir mussten zum ersten Mal einen Einlassstopp verhängen“, verrät Matti Müller, künstlerischer Leiter des Festivals auf der Domäne Marienburg. 5000 Menschen dürfen sich zeitgleich bei dem Uni-Fest auf dem Gelände aufhalten. Ab 21 Uhr war die Marke gerissen. „Einerseits ist der Zuspruch toll“, betont Müller. „Andererseits ist die Beschränkung schade.“ Er zieht das Sch lang und entscheidet sich dann für die druckfähige Ausdrucksweise. Aber auch wenn es ihm leid tut, um die Menschen in der Schlange, hätte die Mittsommernacht 2023 kaum besser laufen können.
Großer Andrang, volles Programm, gutes Wetter
Großer Andrang, volles Programm, gutes Wetter. Die Dreifaltigkeit der Open-Air-Events. Für das Team um Müller sowie Hanni Borchert und Willi Wittig, die die Durchführung verantworten, kam an diesem Sonnabend alles zusammen. Mittlerweile kann das Kernteam auf genug Erfahrung und Routine zurückgreifen, dass das Publikum von den Panikanrufen hinter den Kulissen kaum etwas mitbekommt. „Irgendwas klappt jedes Jahr nicht“, gesteht Müller. Das ganze Team aus vielen Studierenden, setzt sich schließlich stets neu zusammen. „Aber die haben sich tierisch gut reingefunden und sonst improvisieren wir eben.“
Auch die Standbetreibenden haben gelernt. Letztes Jahr überrannten die Gäste vor allem die Gastronomie. 30 Minuten in der Schlange für ein Getränk waren im Lauf des Abends die Regel. „Dieses Jahr waren die Verantwortlichen vorbereitet“, freut sich Müller. Sie hätten ihre Teams und Bestände aufgestockt. An vielen Ständen hat er trotzdem mitbekommen, dass Nachschub herangeschafft werden musste. Was auch daran liegen kann, dass die Uni-Mittsommernacht länger geworden ist. Bereits um 17.30 Uhr gab die Uni-Präsidentin den offiziellen Startschuss und schon davor gab es erste Angebote für Familien.
„Die Erweiterungen haben gut eingeschlagen“
„Wir hatten noch nie so viel Publikum schon am Nachmittag“, freut sich Müller. „Die Erweiterungen haben gut eingeschlagen.“ Der Veranstaltung insgesamt habe das gut getan. „Das lassen wir so“, stellt Müller in Aussicht. Neben dem regulären Bühnenprogramm aus Konzerten, Theateraufführungen und Lesungen bot die Uni-Mittsommernacht dieses Jahr auch verstärkt Mitmach-Aktionen. Direkt am Eingang ließ ein Mitglied der Tweed-Ride-Gruppe mutige Interessierte in seinem Orbitalrad durch die Menge rollen. Ein Orbitalrad ist ein Fahrrad, bei dem ein Reifen um Fahrer und Rahmen führt.
Dazu kamen Workshops zum Line-Dance auf der Bühne im Park oder Rudelsingen auf der Bühne vor dem Burgtheater. Beim Tanzen seien die Leute „gut in Schwung“ gekommen, so die Beobachtung von Müller. Beim Rudelsingen sei „unser akademisches Publikum“ etwas zurückhaltend gewesen. „Ich finde solche Aktionen gut und wichtig, um die Trennung von Publikum und Künstlern aufzubrechen“, erklärt Müller. Auch an solchen Formaten will er in Zukunft festhalten. Nächstes Jahr dann aber wirklich mit dem Anspruch: Jetzt alle zusammen – all together now!
