Hildesheim - Während sich der eine oder andere noch in die Bettdecke kuschelt, klingelt bei Rolf Köstner bereits der Wecker: Um 3.50 Uhr steht der 65-Jährige auf, damit die Hildesheimer Allgemeine Zeitung morgens pünktlich bei den Leserinnen und Lesern im Briefkasten steckt. Seit 2003 ist Köstner Zusteller – ein Job, mit dem er bereits als Schüler sein Taschengeld aufgebessert hat. Ans Aufhören denkt er noch nicht.
Seit rund 20 Jahren sei er bis auf mal ein bisschen Husten oder Schnupfen nicht krank gewesen, sagt Köstner: „Das liegt daran, dass ich so viel draußen bin und mich an der frischen Luft bewege“, erklärt er mit einem Lachen. Er sei schon immer ein Frühaufsteher gewesen, „wenn der Wecker klingelt, bin ich sofort wach“. Schon als Schüler hat er Zeitungen ausgetragen, um sich etwas dazu zuverdienen. „Und man erlebt ganz andere Dinge als tagsüber.“ So habe er zum Beispiel schon mal einen Luchs gesehen – oder eine „Lichterkette“ am Himmel beobachten können, genauer die „Starlink“-Satelliten, die Elon Musk immer wieder ins All schießt. „Oder wenn morgens die weiße Schneedecke noch unberührt ist, alles ruhig, und am besten noch Vollmond, das ist so herrlich.“ Mit einem Lächeln erinnert er sich noch an ein kurioses Erlebnis vor einigen Jahren, als eine Leserin die Polizei rief, weil sie am frühen Morgen Menschen durch die Straßen umherirren sah. Ihre Sorge: Ob Diebe mögliche Tatorte auskundschafteten? Tatsächlich aber waren es Zusteller, die ihre Zeitungspakete suchten, die aus Versehen wegen einer Verwechslung in einer anderen Straße lagen.
Und wenn doch mal jemand krank wird, kann Köstner in seinem Gebiet Westfeld auf Unterstützung zählen: „Wir haben hier sehr nette Kollegen, das klappt gut.“ Das sei eben auch der Vorteil des dörflichen Umfelds: „Man kennt sich hier.“ Solange es die Gesundheit zulässt, möchte Köstner weitermachen. Eine Ansicht, die Rita Bitkow teilt: „Ich versuche, noch fünf Jahre weiterzumachen.“ Die ebenfalls 65-Jährige ist seit rund fünf Jahren Zustellerin im Hildesheimer Stadtgebiet und möchte mit dem Geld ihre Rente aufbessern. Positiver Nebeneffekt: Der Job kann auch das Sportprogramm ersetzen, sagt Bitkow und lacht. Sie habe durch die Bewegung schon an Gewicht verloren. Und ein weiterer Vorteil des frühen Aufstehens: „Man hat noch etwas vom Tag.“ Auch wenn bei ihr der Wecker schon sehr viel früher klingelt und sie abends oft früher ins Bett geht als andere. Allerdings wüssten es die Leserinnen und Leser zu schätzen, wenn die Zeitung pünktlich da ist. Genau wie Köstner bekommt auch sie Dankeskarten oder kleine Aufmerksamkeiten wie Süßigkeiten als Dankeschön.
Geschenke können im HAZ-ServiceCenter abgegeben werden
Abonnenten, die ihrem Zusteller oder ihrer Zustellerin ebenfalls ein kleines Dankeschön zukommen lassen möchten, können das über das HAZ-ServiceCenter tun. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen montags bis freitags zwischen 10 Uhr bis 14 Uhr Geschenke entgegen und leiten diese dann an die Zusteller weiter.
Verstärkung gesucht
Die HAZ sucht Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Zustellung. Wegen Krankheitsfällen und Resturlauben sind aktuell viele Bezirke nur mit einer Vertretung besetzt – es gibt aber auch freie Zustellbezirke. Gesucht werden Zusteller für die Bereiche Bad Salzdetfurth, Königsdahlum, Nordstemmen, Harsum, Machtsum, Klein Förste, Giesen, Emmerke, Hasede, Ahrbergen, Sarstedt, Holle, Söhlde, Mölme und Feldbergen sowie in Hildesheim in der Oststadt, Moritzberg, Bockfeld, Waldquelle, Ochtersum, Alt-Itzum, Bavenstedt und Uppen. Bewerberinnen und Bewerber können ihre Arbeitszeiten flexibel gestalten – ob Vollzeit, Teilzeit, Minijob oder auch eine Vier-Tage-Woche. Bewerbungen sind per E-Mail an zustellung@gerstenberg.com oder unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/1068200 möglich.

