Söhre - Werner Ziaja hat in seinen 32 Jahren als Pächter eines Jagdreviers schon eine Menge erlebt. Doch was dem Mann, der vielen vor allem als Tierpfleger des Wildgatters in Ochtersum bekannt ist, jetzt nahe Söhre widerfuhr, bringt selbst den hartgesottenen Jäger auf die Palme.
Rund um sein Revier haben Unbekannte zahlreiche Hochsitze zerschlagen, besetzte Nistkästen abgetreten und sogar ein Bienenhotel schwer beschädigt. Der Schaden geht wohl in die Tausende Euro. Ziaja hat die Polizei eingeschaltet und hofft darauf, dass dem zerstörerischen Treiben jetzt ein Ende gesetzt wird.
Polizei Hildesheim nimmt Zeugenhinweise entgegen
Polizeisprecher Jan Paul Makowski bestätigt die Anzeige. „Es handelt sich um total sinnlose Zerstörungen“, sagt er. Wer Hinweise auf die Tätergruppe hat, kann sich an die Polizeiinspektion in Hildesheim wenden.
Jagdpächter Ziaja hat eine Vermutung, wer für viele der Beschädigungen verantwortlich sein könnte – allerdings keine direkten Beweise. Am Samstag habe er im Wald eine laute Gruppe junger Männer, insgesamt sieben Personen zwischen 16 und 18 Jahre, angetroffen. Als er sie aus dem Auto heraus ansprach, hätten sie angefangen, ihn zu bedrohen. „Einer wollte mich auch angreifen“, berichtet Ziaja. Die Jugendlichen seien offensichtlich betrunken gewesen. Sie hatten auch Rucksäcke dabei.
„Wir müssen flüchten“: Trio verschwindet im Wald
Ziaja dachte noch kurz darüber nach, seinen Hund aus dem Auto zu lassen und sich notfalls mit einer Latte, die er auf der Ladefläche seines Autos dabei hatte, zu verteidigen. Doch dann sagte er geistesgegenwärtig, dass die Polizei schon längst unterwegs sei. Einer der jungen Männer habe dann gesagt: „Wir müssen flüchten“. Drei der Jugendlichen seien umgehend in Richtung Diekholzen verschwunden, hat Ziaja auch den Beamten erzählt, die die Anzeige vor Ort aufnahmen und die Schäden fotografierten. verschwunden. Ein Beweis dafür, dass es sich tatsächlich um die Täter handelte, ist das Aufeinandertreffen mit der Jugendgruppe natürlich nicht, weiß auch der Jagdpächter. Er entschloss sich erst am Montag dazu, die Zerstörungen anzuzeigen.
Beschädigungen in dem viele hundert Hektar großen Gebiet gebe es ohnehin immer mal wieder, sagt Ziaja. „Aber in den vergangenen 32 Jahren war es nie so schlimm wie jetzt“, findet er. Den größten Schaden hätten die Randalierer an einer geschlossenen Jagdkanzel südlich der Kreisstraße 32 hinterlassen, von der aus Ziaja regelmäßig die freie Fläche zwischen Söhre und Diekholzen im Blick behält. Hier seien unter anderem die Fenster, die Tür und das Dach herausgebrochen worden.
Brütende Vögel mit dem Nistkasten runtergerissen
Nicht weit entfernt seien mindestens vier weitere Hochsitze sowie ein großes Bienenhotel, das sein Sohn Damian gebaut hat, stark beschädigt worden. Besonders verwerflich findet Ziaja auch, dass die Unbekannten während der Brut- und Setzzeit mehrere Nistkästen, die an den Jägertürmen hingen, abgetreten hätten. Die Kästen hätten in der Umgebung gelegen. „In einigen haben gerade Vögel gebrütet“, sagt Ziaja. „Hier hat jemand der Reihe nach alles zerstört, was er am Wegesrand vorgefunden hat.“
Beschädigungen wie die bei Söhre sind laut Polizei gerade nicht besonders häufig. „Aber im Januar wurden im Wald bei Algermissen Lebendfallen und ein Hochsitz beschädigt“, berichtet Polizeisprecher Makowski. Dass es einen Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist wenig wahrscheinlich.
