Kreis Hildesheim - Bis in die frühen Nachmittagsstunden blieb es am Feiertag für die Polizei ruhig. Doch dann kam es doch verstärkt zu Einsätzen, weil sich einige Menschen nicht an die Corona-Regeln halten wollten. „Insgesamt haben wir bis 20 Uhr 118 Ordnungswidrigkeiten geahndet und Platzverweise ausgesprochen“, erläutert Polizei-Pressesprecher Jan Makowski. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Gruppen zwischen drei und zehn Personen, die sich nicht an die Corona-Regeln hielten.
Wirt hat kein Hygienekonzept
So mussten die Beamten in einem Ortsteil von Hildesheim eine Gruppe von immerhin 14 Personen aus unterschiedlichen Haushalten auflösen und einen Platzverweis erteilen. Sie saßen in einem Lokal gemeinsam an einem Tisch. „Das ist nicht erlaubt. Außerdem hatte der Wirt kein akzeptables Hygienekonzept“, sagt Makowski.
In einem Kleingarten am Hohnsen feierte eine Gruppe von sechs Leuten offensichtlich recht lautstark. Auch sie verstießen gegen die Auflage, dass sich maximal Menschen aus zwei Haushalten treffen dürfen. „Die Personen waren alkoholisiert und zeigten sich uneinsichtig“, so der Polizeisprecher. Die Beamten ließen nicht lange mit sich diskutieren, beendeten die Gartenparty mit einem Platzverweis für jeden. Zudem werden alle sechs wegen der Ordnungswidrigkeit zur Kasse gebeten. Im Bereich des Berghölzchens erwischte die Polizei eine achtköpfige Gruppe. Die ließen sich aber von dem ausgesprochenen Platzverweis nicht beeindrucken und wurde kurze Zeit darauf erneut von den Beamten verwarnt. „Da hat jeder zwei Anzeigen bekommen“, sagt der Polizeisprecher. Ebenso jemand von einer Gruppe am Hindenburgplatz, der zusätzlich noch eine Anzeige wegen Beleidigung kassierte. Am Galgenberg hatte sich zudem eine 15-köpfige Gruppe an der sogenannten Bratpfanne getroffen.
Die Höhe des Bußgeldes liegt im Ermessen der zuständigen Behörde beim Landkreis, die die Bescheide verschickt. Zwischen 100 und 400 Euro kann es kosten, wenn man sich nicht an die Maskenpflicht, Abstandsvorschriften oder Zwei-Haushalte-Regelung hält. Jeweils Vierer-Gruppen lösten die Beamten in der Robert-Bosch-Straße sowie in der Sedanstraße und Drei-Bogen-Brücke auf. Dort herrschte zudem striktes Alkoholverbot.
Erstes Bier am Borsumer Wald
Nicht so am Borsumer Wald: Dort gönnten sich drei Männer bereits morgens kurz nach neun Uhr ihr erstes Bier am Vatertag. Sie waren allerdings nicht mit dem obligatorischen Bollerwagen voller Getränkekisten unterwegs, sondern jeder blieb auf seinem Fahrrad sitzen, als sie sich am Waldesrand zuprosten. Alles auf Abstand, genau so wie es die Corona-Regeln vorschreiben.
An der Steingrube hatten sich einige Familien bei dem sonnigen Wetter auf den Bänken niedergelassen. Die Eltern schauten ihren Kindern beim Spielen zu, auf der Bank stehen mitgebrachte Trinkflaschen und Kekse. Am Hohnsen – sonst äußerst beliebter Treffpunkt am Himmelfahrtstag – ließ sich vereinzelt ein Bollerwagen entdecken. Aber die meisten sind Spaziergänger, Radler oder Jogger, die ihre Runden um den See drehten. Aber auch zwei Mitarbeiterinnen vom Ordnungsdienst der Stadt waren unterwegs, um zu kontrollieren, ob sich alle an die vorgeschriebenen Abstandsregeln halten.
Mit geschmücktem Rollator unterwegs
Sinnbild für die Ausnahmesituation auch am diesjährigen Vatertag war ein junger Mann mit seinem illustren Gefährt: Er zog allein einen Rollator durch Hönnersum. Darauf hatte er mit rot-weißem Absperrband eine Kühltasche mit Getränken befestigt. Sein Ziel war wohl die Feldmark, denn dort gilt kein Alkoholverbot. So wie im vergangenen Jahr hat der Landkreis auch diesmal Betretungs- und Alkoholverbote bei besonders beliebten Orten und Plätzen ausgesprochen, um in Corona-Zeiten Menschenansammlungen zu verhindern.
Komplett abgesperrt wurde auch in diesem Jahr der große Parkplatz am Weinberg zwischen Bockenem und Nette komplett – ein beliebter Treffpunkt im Landkreis gerade bei Motorradfahrern. Hier durfte niemand anhalten oder eine Pause einlegen. Daran hielten sich aber nicht alle. Nachmittags stoppten einige doch vor dem Restaurant oder an den angrenzenden Feldwegen. Das trockene Wetter lockte dagegen viele Radfahrer nach draußen, die sportlich die bergige Strecke erklommen – wenn mitunter auch mit komfortabler E-Unterstützung.
Corona-Regeln beachtet
„Die üblichen Ausfallerscheinungen nach übermäßigem Alkoholgenuss am Vatertag wie Schlägereien, Zerstörungswut oder Wildpinkeln haben wir nicht verzeichnet“, sagt Polizeisprecher Makowski. Und: 103 Anzeigen höre sich zunächst hoch an. Aber gemessen an 275000 Hildesheimern in Stadt und Kreis zeige es auch, dass sich die allermeisten Menschen an die Corona-Regeln halten.


