Hildesheim - Eine Route abseits der stark belasteten Autostrecken soll künftig Radfahrenden eine attraktive Wegverbindung von Itzum und dem geplanten Baugebiet Wasserkamp in die Innenstadt bieten. Doch wo genau die am besten verlaufen soll, wird noch diskutiert. Der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt hat in seiner Sitzung noch einmal einstimmig bekräftigt, dass er am liebsten einen Vorschlag des VCD-Kreisverbands verwirklicht sähe. Der Verkehrsclub hatte diese Wegführung bereits 2023 in den Ortsräten vorgestellt. Die Strecke verläuft über die Straße Am Roten Steine, durch das Lönswäldchen bis zum Hohnsen und entlang der Innerste zur Innenstadt.
Aus Sicht des Ortsrates sei eine zusätzliche direkte Verbindung zum Hauptbahnhof nicht erforderlich, schließlich gebe es bereits die Vorrangroute zwischen Universität und Bahnhof entlang der Marienburger Straße, sagte Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD). Besser sei eine Alternativstrecke, die abseits des Autoverkehrs durchs Grüne führt und dadurch angenehm zu fahren ist. Zudem biete dieser Wegverlauf Anschlussmöglichkeiten in Richtung anderer Stadtteile.
In einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Dezember hatte Stadtbaurätin Andrea Döring aber Zweifel geäußert, ob sich eine solche Route umsetzen lasse. Die Wege im Lönsbruch sind nicht befestigt und bei nassem Wetter matschig, eine Befestigung könnte aber der Einstufung als Landschaftsschutzgebiet widersprechen, ebenso wie eine Wegbeleuchtung. „Die Route kann noch angepasst werden“, sagte Ortsbürgermeister Eckardt in der Ortsratssitzung dazu. Ein teilweises Ausweichen zum Beispiel auf die Wiesenstraße wäre seiner Ansicht nach besser, als diesen Streckenverlauf ganz aufzugeben. Die betroffenen Ortsräte könnten ja mit einer gemeinsamen Fahrradtour zeigen, dass sich die Strecke gut befahren lasse, regte Dirk Bettels (Gemeinsam+) an.
Online-Befragung wird noch ausgewertet
Die Stadt hatte für die Veloroute eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, dabei aber den Bahnhof als Ziel gesetzt. Ihre Vorschläge zum Streckenverlauf hat die Verwaltung sechs Wochen bis Ende Januar in einer Online-Befragung von Bürgern und Bürgerinnen zur Diskussion gestellt. Mehr als 200 Personen haben sich nach Angaben der Stadt beteiligt, Kritikpunkte angemerkt und eigene Vorschläge gemacht.
Die Onlinebefragung wird derzeit noch ausgewertet. Am 10. März sollen die Ergebnisse Vertretern und Vertreterinnen der Ortsräte Stadtmitte/Neustadt, Marienburger Höhe/Galgenberg und Itzum/Marienburg vorgestellt werden. Er habe sich bereits mit Ortsbürgermeister Norbert Frischen (Grüne) und Ortsbürgermeisterin Beate König (SPD) besprochen, berichtete Eckardt. Er hoffe darauf, dass die Ortsräte durch Einigkeit ein starkes Zeichen setzen könnten.
Der Ortsrat Itzum/Marienburg habe über das Thema so kurzfristig in seiner Sitzung noch nicht abstimmen können, erklärte Beate König gegenüber dieser Zeitung. Die Mehrheit sei wohl dem Vorschlag des VCD gegenüber aufgeschlossen, vor dem 10. März werde es aber noch interne Absprachen geben. Im Ortsrat Marienburger Höhe/Galgenberg steht die Abstimmung zur Veloroute in der Sitzung am 24. Februar auf der Tagesordnung.
