Radverkehr

Veränderung in der Sedanstraße: Das plant Hildesheims Fahrradbeauftragter

Hildesheim - Mit Christoph Brandes gibt es in Stadt Hildesheim seit einiger Zeit einen Fahrradbeauftragten. Wer er ist, wofür er zuständig ist und was geplant wird.

Hildesheims Fahrradbeauftragter Christoph Brandes fährt in der Sedanstraße –Teil seines ersten Projekts. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Immer mehr Leute steigen aufs Fahrrad: Schon seit längerer Zeit hat sich die Stadt Hildesheim vorgenommen, das Radwegenetz weiter auszubauen. Seit dem 1. September gibt es einen Spezialisten für die Aufgabe: Christoph Brandes soll als Fahrradbeauftragter eine entscheidende Rolle für die Entwicklung spielen.

Die Stelle hat die Verwaltung schon 2021 beantragt. Im Mai 2022 wurde sie genehmigt und ist nun durch Brandes unbefristet besetzt. „Wir sind sehr glücklich“, sagt Stadtbaurätin Andrea Döring über den Zuwachs. Es gebe nur wenige Fachkräfte, aber immer mehr Städte, die einen Radbeauftragten einstellen wollen. Das Radfahren wird immer populärer. Da reicht es nicht mehr, dass die Kolleginnen und Kollegen das Fahrradfahren in der Stadt mal so nebenbei mit bearbeiten – „es braucht einen Spezialisten“, stellt Döring fest.

Bauingenieur mit Spezialisierung in Stadt und Verkehr

Der 39-Jährige Christoph Brandes hat sich nach seinem Bauingenieurs-Studium in Braunschweig als Radbeauftragter bei der Stadt Hildesheim beworben. Das Fahrradfahren begleitet ihn schon länger. „Ich fahre selber privat gerne“, erzählt Brandes. Ob in Hildesheim oder bei einer Tour durch den Harz – Brandes steigt gerne auf sein Zweirad. Und gerade in den vergangenen Jahren konnte er das Thema noch intensiver für sich entdecken. Während seines Studiums spezialisierte sich der Bauingenieur auf Stadt und Verkehr. Das Radfahren war auch zentraler Mittelpunkt seiner Masterarbeit. Dadurch war ihm dann klar: „Das will ich machen!“ Die Stellenausschreibung kam also gerade im richtigen Moment.

In Hildesheim war der ursprüngliche Celler zuvor nicht. „Ich habe mittlerweile aber einen guten Überblick“, sagt der Radbeauftragte. Das bestätigt auch Stadtbaurätin Döring: Brandes habe viele Straßennamen schnell gelernt und sich gut eingearbeitet. Auch das verdankt er seinem Fahrrad, mit dem er Hildesheim zu Beginn erkundet hat.

Die nächsten Projekte

Aber was macht so ein Fahrradbeauftragter eigentlich? Brandes ist im Dezernat für Stadtentwicklung, Bauen, Umwelt und Mobilität tätig. Er bezeichnet sich als praktisch veranlagt und möchte sich ums „Umsetzen vor Ort“ kümmern. Allerdings sei das Ganze ein fachübergreifender Prozess. „Ich kann natürlich nicht alles alleine entscheiden“, erklärt Brandes. Aber das möchte er auch gar nicht, denn die Zusammenarbeit im Dezernat und mit den weiteren Dezernaten sei sehr wichtig. Wenn er ein Problem erkennt, meldet er dieses und schlägt Maßnahmen zur Verbesserung vor. Damit wird dann ein mögliches Projekt angestoßen.

Sein erstes Projekt umfasst gleich drei Abschnitte: Die Gartenstraße, die Überquerung der Goslarschen Straße und die Sedanstraße sollen zu einem durchgehenden Fahrradweg verbunden werden. Noch in diesem Jahr soll die konkrete Planung vorgelegt werden, damit spätestens im Folgejahr der Bau beginnen kann. „Ein radikaler Eingriff“ sei nicht geplant, so Brandes. Viele Autofahrer haben bisher ohnehin schon gebremst, um den Radfahrern und Fußgängern Vorfahrt zu gewähren. Nun sollen die Radfahrer und Fußgänger in der Sedanstraße auch offiziell Vorfahrt vor den Autos der überquerenden Straßen haben. Zudem soll der Übergang von Sedanstraße und Gartenstraße optimiert werden.

Ziel: Durchgehendes Radnetzwerk für die Stadt

In seinem Amt als Fahrradbeauftragter strebt er eins besonders an: „Die Entwicklung von einem durchgehenden Radwegenetz“ – damit die Radliebhaber nicht mehr so viele Einzelabschnitte ohne Verbindung abfahren. Berücksichtigen möchte er aber nicht nur die Radfahrer. Fußgänger, auch solche mit Mobilitätseinschränkung, sollen ebenfalls von den Projekten profitieren. Für die Autofahrer und Autofahrerinnen gibt Döring Entwarnung: Die Stadtentwicklung sei aber „auch nicht gegen das Auto“.

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