Stundenlange Sperrung

Mann liefert sich mehr als 30 Kilometer lange Verfolgungsjagd über Autobahn 7 bei Hildesheim

Hildesheim - Die Einsatzkräfte forderten ihn auf zu stoppen, stattdessen beschleunigte er: Ein Mann hat am Donnerstag versucht, auf der Autobahn 7 vor der Polizei zu flüchten. Nach mehr als 30 Kilometern endete der Versuch in der Leitplanke.

Auf der Autobahn 7 nahe Hildesheim hat sich am Donnerstag ein Autofahrer eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Foto: Geoffrey May

Hildesheim - Sieben Streifenwagen, ein demolierter Mercedes und ein abgerissenes Rad, das einen weiteren Unfall verursacht hat: Ein mutmaßlich unter Drogen stehender Mann hat sich am Donnerstag eine kilometerlange Verfolgungsjagd mit der Polizei über die Autobahn 7 geliefert, ehe er südlich von Hildesheim schließlich gestoppt werden konnte.

Der Mann war einem Zeugen gegen 10.15 Uhr bereits auf der Anderter Straße in Hannovers Stadtteil Misburg zum ersten Mal aufgefallen, weil er Schlangenlinien fuhr und immer wieder bremste und dann beschleunigte. Der Zeuge informierte die Polizei, verlor den unbekannten Fahrer jedoch aus den Augen. Nur kurz darauf meldete sich ein weiterer Zeuge, der den Einsatzkräften immer wieder den Standort durchgab, so dass sie den schwarzen Mercedes auf der Bundesstraße 65 entdeckten und sahen, dass er an der Anschlussstelle Anderten auf die Autobahn in Richtung Hildesheim fuhr.

Fahrer stoppt nicht, sondern beschleunigt

Die Polizisten bogen ebenfalls auf die A 7 ab und machten dem Fahrer dort mit Signalen unmissverständlich klar, dass er anhalten sollte. „Der Fahrer bemerkte die Signale zwar, befolgte sie aber nicht“, schildert Hannovers Polizeisprecher Marcus Schmieder. Im Gegenteil: Der Mann beschleunigte und versuchte, vor der Polizei zu flüchten. Die nahm die Verfolgung auf. „Die Polizisten waren im Streifenwagen ungefähr mit Tempo 100 unterwegs und hatten das Fahrzeug durchgehend im Blick“, sagt Schmieder.

Um den Verkehr zu sichern und die Autobahnausfahrten zu sperren, forderte die Polizei Verstärkung an, so dass schließlich sieben Streifenwagen im Einsatz waren – drei davon verfolgten den schwarzen Mercedes. Während der Verfolgungsjagd rammte der Fahrer an der Anschlussstelle Hildesheim Schilder der dort eingerichteten Baustelle, was ihn allerdings nicht weiter störte und schon gar nicht zum Anhalten bewegte. Stattdessen fuhr er immer weiter, versuchte auch, durch einen Schlenker über die Raststätte Börde die Polizisten abzuschütteln, die ihn dann schließlich, nach mehr als 30 Kilometern Verfolgung auf der Autobahn, kurz hinter der Raststätte stoppen konnten.

Mutmaßlich unter Drogen

Nahezu zeitgleich zur Verfolgung gab es auf der A 7-Fahrbahn in Richtung Norden noch einen Unfall: Der 31-Jährige hatte bei seiner Flucht auf der Südfahrbahn den kompletten linken Vorderreifen samt Felge seines Mercedes verloren, der dann in der Gegenrichtung zwischen der Raststätte Hildesheimer Börde und der Anschlussstelle Hildesheim zum Liegen kam – mitten auf der Fahrbahn. Ein Sprinterfahrer bemerkte das zu spät, fuhr über den Reifen, riss sich die Ölwanne auf und blieb dann auf dem Standstreifen stehen.

Die Autobahn war am Vormittag zunächst in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt, der Verkehr staute sich zum Teil kilometerlang. Die Nordfahrbahn konnte nach kurzer Zeit wieder freigegeben werden. Der Standstreifen, auf dem der Großteil des Öls auslief, wird laut Autobahn GmbH zu einem späteren Zeitpunkt gereinigt. Die Südfahrbahn war von etwa 10.30 bis 14.40 Uhr gesperrt. Durch die Sperrung kam es auch auf den Umleitungsstrecken wie den Bundesstraßen 6 und 494 zu Verkehrsbehinderungen.

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