Hildesheim - Können Autofahrer auf der Suche nach einem Stellplatz in der Innenstadt in absehbarer Zeit wieder das Parkhaus von Galeria Kaufhof nutzen? Baudezernentin Andrea Döring hat sich am Montagabend im Rat zuversichtlich gezeigt: Sie halte es durchaus für möglich, dass das Parkhaus in den nächsten zwölf Monaten wieder zur Verfügung stehe, sagte die Stadtbaurätin auf eine entsprechende Frage des CDU-Politikers Dirk Bettels.
Der Christdemokrat hatte zuvor von Gesprächen mit Einzelhändlern aus der Osterstraße und der der Scheelenstraße berichtet. Diese klagten über „signifikante Frequenzrückgänge“ seit der Schließung des Parkhauses, sagte Bettels – die Anlage ist zeitgleich mit Galeria Kaufhof Mitte Januar geschlossen worden. Die derzeitige Sperrung in der Rathausstraße wegen der Bauarbeiten dort werde die Lage für die Kaufleute noch verschärfen, prophezeite Bettels. Er wolle daher wissen, ob die Aussicht auf eine Wiederöffnung des Kaufhof-Parkhauses bestehe.
Die gebe es, erklärte Döring. Die Stadt sei dazu „in guten Gesprächen“ mit Vertretern des Eigentümers der Galeria-Immobilie, diese hätten auch bereits einen Vertragsentwurf vorgelegt. „Über den verhandeln wir jetzt“, sagte Döring. Allerdings verlange die Stadt, das Parkhaus saniert übergeben zu bekommen. „Sonst können wir dieses auch nicht anbieten“, betonte die Dezernentin. Die Anlage sei in keinem guten Zustand; die Stadt müsse daher Sorge tragen, ihr Risiko so gering wie möglich zu halten.
Freundlichen Hildesheimer hoffen auf zusätzliche Parkplätze für Kunden des Einzelhandels
Bei der Kaufmannschaft kommt die Entwicklung gut an. Man wäre froh über die rund 400 zusätzlichen Parkplätze, erklärte Senab Özkan, die Vorsitzende der Freundlichen Hildesheimer, am Dienstag gegenüber der HAZ: „Es gibt ja nicht so viele Stellflächen in der Innenstadt.“ Die Händler fragten sich allerdings, wie die Stadt die logistischen Probleme lösen wolle, die sich aus der Schließung des Kaufhauses ergeben.
Dass das Rathaus überhaupt Interesse an dem Parkhaus hat, hängt auch mit der geplanten Sanierung der Jakobistraße zusammen. Denn wenn dort die Bauarbeiten – der Start ist noch 2024 vorgesehen – laufen, besteht das Risiko, dass auch die Marktgarage vorübergehend nicht zu erreichen ist. Zudem spielen die Innenstadt-Parkhäuser im geplanten Parkkonzept der Stadt eine wichtigen Rolle: Die Verwaltung möchte die Autofahrer dorthin lenken, um den öffentlichen Raum von geparkten Wagen zu entlasten.
Feuerwehrhaus Neuhof: Wie Döring ankündigte, werde sich die Fertigstellung des Geländes voraussichtlich bis Ende August/September verzögern – eigentlich sollten alle Arbeiten bis Juli abgeschlossen sein. Die Stadt versuche aber, die baulichen Abläufe so zu steuern, dass die Feuerwehr dennoch zum geplanten Zeitpunkt den Betrieb aufnehmen könne, versprach Döring. Die Verzögerung begründete sie mit Umplanungen bei den Außenanlagen: Die Kosten dafür waren ursprünglich mit 500 000 Euro veranschlagt, derzeit rechnet die Verwaltung mit 670 000 Euro. Die Stadt versuche aber noch, den Betrag zu reduzieren, versicherte Döring. Das Feuerwehrhaus sollte eigentlich 3,3 Millionen Euro kosten, die Verwaltung hatte aber im Herbst angekündigt, dass sie von 4,6 Millionen Euro ausgeht – was im Rat auf herbe Kritik gestoßen war. Ob es nun bei den 4,6 Millionen Euro bleibe, lässt sich nach Darstellung der Verwaltung noch nicht absehen: Es stünden noch mehrere Abrechnungen aus, sagte Döring.
