Hildesheim - Gute Nachrichten haben es an sich, dass sie oft untergehen. Negative Botschaften dagegen werden intensiver zur Kenntnis genommen – das liegt nun einmal in der Natur des Menschen. Dass aber die Veränderungen an der Dammtor-Kreuzung in Hildesheim den Verkehrsfluss nicht beeinträchtigt haben, ist zweifelsohne eine gute Nachricht: Die Bedingungen für Radfahrer haben sich verbessert, jene für Autofahrer nicht verschlechtert – Letzteres allen Unkenrufen zum Trotz.
Nun sind diese ja regelmäßig zu hören, wenn sich in der Verkehrsführung in der Stadt etwas ändert. Tatsächlich ist in den vergangenen Jahren nicht jede Idee sinnvoll gewesen; man denke nur an die nach einem Versuch (zum Glück) verworfene Einspurigkeit der Marienburger Straße. Daraus aber den Umkehrschluss zu ziehen, dass alle Änderungen von Übel sind und bei solchen daher stets den Verkehrskollaps zu prophezeien, ist falsch und manchmal sogar hysterisch. Wer das übertrieben findet, sollte sich an den Streit um den Wegfall des Linksabbiegers von der Adolf-Kolping-Straße in die Kurt-Schumacher-Straße in Ochtersum erinnern: Kritiker warnten vor Staus bis zu HIT und hielten der Mehrheitsgruppe im Rat „Machtarroganz“ vor. Tatsächlich läuft an der Kreuzung alles glatt.
Nun führt am Thema Verkehr im Jahr der Kommunalwahl kein Weg vorbei. Doch es wäre schön, wenn – aller gegensätzlichen Einschätzungen zum Trotz – verbal abgerüstet würde. Und wirklich große Eingriffe wie in der Marienburger Straße erst einmal getestet würden.

