Hildesheim - Die Breslauer Straße wird voraussichtlich in den nächsten Jahren nachts die Ausweichstrecke für Lastkraftwagen von Himmelsthür in Richtung Bundesstraße 1 werden. Bereits im Oktober wurde die Innerstebrücke an der Mastbergstraße für Fahrzeuge über zwölf Tonnen gesperrt. Seit Dezember dürfen dort wieder 30-Tonner fahren, allerdings mit Hilfe einer Ampelschaltung nur jeweils in eine Richtung. Tagsüber müssen jetzt alle schweren Lastwagen, die Himmelsthür in Richtung Osten verlassen wollen, über die Breslauer Straße fahren.
An der Ausweichstrecke durch Himmelsthür liegen gleich mehrere Schulen
Die Strecke führt zunächst an der Pauluskirche vorbei. In deren Nähe befinden sich zwei Grundschulen sowie die Realschule und das Gymnasium Himmelsthür; an der Straße starten und halten morgens und mittags Busse, die eine große Anzahl an Schülerinnen und Schülern befördern.
Mit der neuen Verkehrsregelung an der Innerstebrücke hat die Stadt auch das Lkw-Nachtfahrverbot auf dem Linnenkamp aufgehoben, sodass Lastwagen dort nun auch nachts fahren können. Das betrifft aber nur Fahrzeuge, die Richtung Westen fahren wollen, und solche mit Ziel Himmelsthür.
Doch die Stadt muss das Nachtfahrverbot wieder einführen – es gilt an Wochentagen ab 20 Uhr, an Wochenenden ab 14 Uhr. Die Regelung basiert auf einer gerichtlichen Einigung mit einer Anwohnerin aus dem Jahre 1994 und ist für das Rathaus bindend.
Der CDU-Politiker Martin Eggers moniert, die Stadtverwaltung hätte eher handeln müssen
Für die meisten Spediteure im Himmelsthürer Industriegebiet ist die Tonnage-Reduzierung der Innerstebrücke auf 30 Tonnen Gesamtgewicht ein Problem, weil sie fast ausschließlich 40-Tonner in ihrem Bestand haben, wie CDU-Ortsratsmitglied Martin Eggers in der jüngsten Ortsratssitzung berichtete. Die Anwohner der Breslauer Straße müssen sich daher vermutlich auf mehrere Jahre mit erheblichem Lastwagen-Verkehr über den ganzen Tag einstellen.
Für 2026 stehen zwar Planungskosten für eine neue Innerstebrücke im Haushalt der Stadt. Doch die Vorbereitungen mit Öffentlichkeitsbeteiligung und europaweiter Ausschreibung können sich hinziehen. „Das kann bis zu vier oder fünf Jahre dauern“, sagte Eggers. Er kritisierte, dass die Stadt das Problem nicht schon früher angegangen ist: „Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Es ist unerfreulich, was da auf uns zukommt.“ Die Verwaltung versucht derzeit, beim Verkehrsministerium eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, damit auch leere Lastwagen bei weniger als 30 Tonnen tatsächlichem Gewicht die Brücke befahren dürfen. Wie Stadtsprecher Helge Miethe auf Anfrage dieser Zeitung erklärte, stehe eine Antwort noch aus.
Auch auf der Römerringbrücke in Hildesheim gibt es Probleme
Doch die Innerstebrücke ist nicht der einzige Problemfall. Seit einiger Zeit hat die Römerringbrücke einen Fahrstreifen weniger, weil auch sie nicht mehr ihre volle Leistungsfähigkeit hat. Doch weil schwere Lastwagen die Innerstebrücke an der Mastbergstraße nicht befahren können, muss die Römerringbrücke nun zusätzlichen Schwerlastverkehr verkraften. Eggers: „Hildesheim hat ein Brückenproblem.“
