Vor Schulbeginn

Verpflichtende Selbsttests an den Schulen: Breite Zustimmung aus Hildesheim

Hildesheim - Kultusminister Grant Hendrik Tonne will, dass sich nach Ostern alle Schüler verpflichtend auf Corona testen. Die meisten Hildesheimer Schulen finden das gut.

Dr. Werner Freier testet eine Lehrerin am Scharnhorstgymnasium. Nach den Ferien sollen die Tests aber nach Hause verlegt werden. Foto: Julia Moras (Archiv)

Hildesheim - Die Ankündigung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne, die Corona-Selbsttests nach den Osterferien zwei Mal pro Woche verpflichtend und zu Hause einzuführen, stößt bei Schulen wie bei Eltern und Schülern auf breite Zustimmung. „Die neue Regelung ist sinnvoll, denn nur bei verpflichtenden Tests besteht die Chance, auch symptomfreie Infektionsketten in der Schule zu unterbinden“, sagt die Vorsitzende des Stadtelternrats, Kirstin Seidel.

Dies bestätigen auch viele Schulleiter. „Die Verpflichtung ist richtig, um einen sicheren Schulbetrieb zu ermöglichen“, sagt etwa die Leiterin der Oskar-Schindler-Gesamtschule, Andrea Berger. Das bestätigen auch die Leiter der Gymnasien Josephinum und Andreanum, Stephan Speer und Dirk Wilkening. „Wir bekommen dadurch das Infektionsgeschehen aus den Schulen raus“, meint Marcus Krettek, Leiter des Scharnhorstgymnasiums.

Tonne: Erfreulich viele Rückmeldungen nach der Testwoche

Tonne hatte am Donnerstagvormittag die Ergebnisse der freiwilligen Testwoche vor den Osterferien verkündet und von „erfreulich vielen Rückmeldungen“ gesprochen. Dabei sei auch deutlich geworden, dass die ursprünglich angedachten Tests in den Schulen nicht optimal seien. Anfangs sollten die Grundschüler zu Hause, die Mädchen und Jungen sowie Mitarbeiter weiterführender Einrichtungen in den Schulen selbst testen. Daran gab es aber von Anfang an erhebliche Kritik. Nach kurzer Zeit scherte bereits das Bistum Hildesheim aus und verlegte die Selbsttests ins Private. Nach und nach folgten weitere Schulen wie das Andreanum und die Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG).

Hier fühlt man sich jetzt in seinem Vorgehen bestätigt. „Gut, dass das Land uns hier noch gefolgt ist“, sagt René Mounajed, Leiter der RBG. Allerdings sieht Mounajed, der auch im Vorstand des Schulleitungsverbands Niedersachsen mitarbeitet, die verpflichtend eingeführten Tests nur als „Nebenkriegsschauplatz“. „Ich finde es nach wie vor problematisch, dass die meisten Lehrer erst so spät geimpft werden.“ Auch Wilkening spricht von einer „Überbrückungsmaßnahme für das schleppende Impfen“. Die Pädagogen der weiterführenden Schulen sind größtenteils in die Impfkategorie 3 eingeordnet. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir damit deutlich vor Herbst an die Reihe kommen“, sagt Mounajed.

Land hat 16 Millionen Test-Kits geordert – die meisten sind für Schulen

Andreas Kruse, Leiter des Gymnasiums Himmelsthür, sagt, dass der Aufwand für die Schulen trotz der Verlagerung ins Private groß bleibe. Das Land hat 16 Millionen Test-Kits geordert, die nach und nach an alle Schulen im Land verteilt werden. Die Schulen geben sie an die Mädchen und Jungen weiter – diese sollen vor dem Unterricht getestet werden oder sich selbst testen. Fällt der Test positiv aus, müssen sie die Schule informieren, diese schaltet das Gesundheitsamt ein, das jetzt einen genaueren PCR-Test einleitet. Das Mädchen oder der Junge darf in diesem Fall vorerst nicht mehr in die Schule.

Das betrifft auch diejenigen, die sich weigern, Selbsttests zu machen. Das Land hat die Präsenzpflicht hierfür erneut aufgehoben – wer sich nicht testen will, muss in jedem Fall zuhause bleiben und wird auf Distanz unterrichtet.

Land macht den ersten Schultag zum „Abholtag“

Manche Schulen aus dem Raum Hildesheim hatten ihren Schülern kurz vor den Ferien bereits Test-Kits für den Schulanfang mitgegeben. „Wir sollen den Test am Ende der Ferien machen und das Ergebnis unserem Tutor mitteilen“, sagt Madita Behre, Vorsitzende des Stadtschülerrats. Für alle anderen hat das Land den ersten Schultag, den 12. April, zum „Abholtag“ für die ersten Tests erklärt. Der eigentliche Präsenzunterricht soll laut Tonne dann am 13. April beginnen. Natürlich nur dann, wenn die Infektionszahlen dies auch zulassen.

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