Fußball-Oberliga: Mageres 1:1 gegen Heeslingen

VfV 06 Hildesheim ohne Struktur: Der Matchplan bleibt Björn Kolleckers Geheimnis

Hildesheim - Gegen den biederen Heeslinger SC fehlen den Hildesheimer Oberliga-Fußballern jegliche Ideen. Mit dem 1:1 sind sie noch gut bedient.

Gestochere im Mittelfeld – so sah das weitgehend aus auf dem Platz: Marco Drawz (am Boden) im Zweikampf mit Heeslingens Ex-Profi Philipp Bargfrede. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - „Wir hatten einen klaren Matchplan“, sagte Björn Kollecker nach dem Spiel. Doch auf wiederholtes Nachfragen, was denn genau der Plan gewesen sei?“, blieb der Trainer der Oberliga-Fußballer des VfV Borussia 06 Hildesheim die Antwort schuldig.

Nun, wenn er und die Mannschaft tatsächlich einen Plan hatten, dann war er auf dem Platz nicht mal ansatzweise erkennbar. Im Gegenteil: Das, was die Borussen den 425 Zuschauern im Spiel gegen den Tabellenzwölften Heeslinger SC boten, wirkte völlig planlos, unstrukturiert und uninspiriert. So konnten sie am Ende noch froh sein, dass sie gegen einen Gegner, der alles andere als furchteinflößend auftrat, ein 1:1 ins Ziel retteten.

Szenen mit Slapstick-Charakter

Beide Mannschaften überboten sich an Fehlpässen und Flanken ins Niemandsland. Zu Beginn war es VfV 06-Abwehrspieler Mohammad Baghdadi, der den Ball mehrfach direkt vor die Füße des Gegners spielte. Dass die Heeslinger daraus kein Kapital schlugen, lag an ihren eigenen Unzulänglichkeiten. So flankte Tino Schulze den Ball unbedrängt in Richtung Bratwurstbude – und Torwart Jeroen Gies brachte das Kunststück fertig, einen Abschlag irgendwie über die eigene Torauslinie zu befördern – das hatte schon Slapstick-Charakter.

Ansonsten wähnte man sich wie bei einem Flipperspiel. Ziemlich unkontrolliert flog die Kugel über das Feld. Einer, der einen Hauch von Spielkultur aufblitzen ließ, war der Heeslinger Philipp Bargfrede. Was er machte, hatte Hand und Fuß. Fast jeder seiner Pässe kam an. Was kein Wunder ist: Der Ex-Profi hat 241 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen bestritten.

Zudem hatten die Gäste mit Abdul Rauf den einzigen Stürmer auf dem Platz, der zumindest ein wenig Torgefahr ausstrahlte. Kaum zu glauben, aber der VfV 06 kreierte während der gesamten 96 Minuten keine einzige echte Torchance aus dem Spiel heraus. Dass beide Treffer durch Standardsituationen fielen, war kein Zufall. In der 25. Minute trat Baghdadi zum Freistoß an und schoss den Ball an der HSC-Mauer vorbei in die lange Ecke. Gies reagierte zu spät – 1:0.

„Da passiert zu wenig“

Trotz der Führung war auch VfV 06-Vize-Präsident Helmuth Löhr nicht sehr angetan vom Spiel: „Da passiert zu wenig. Man kann nur hoffen, dass es beim 1:0 bleibt.“ Diese Hoffnung erledigte sich schon kurz nach der Pause, als der Heeslinger Kevin Rehling in den Strafraum lief und von Torwart Tobias Dahncke zu Fall gebracht wurde. Zwar traf der VfV 06-Keeper auch den Ball, aber Schiedsrichter Nils Musekamp pfiff trotzdem Elfmeter, den Bargfrede ebenso souverän wie humorlos verwandelte (50.).

Dann tauchten die Borussen endlich einmal gefährlich vor dem HSC-Tor auf. Nach einer Ecke von Yannik Schulze kam Baghdadi zum Kopfball, doch ein Heeslinger Feldspieler klärte kurz vor der Linie. Weil von dem Gastgebern nicht viel kam, waren es plötzlich die zuvor so harmlosen Heeslinger, die den VfV 06 unter Druck setzten.

VfV 06 tritt auf der Stelle

Nach einer gelungenen Kombination mit Seltenheitswert kam Abdul Rauf zum Schuss, aber Dahncke parierte glänzend (60.). In der 80. Minute fasste sich der eingewechselte VfVer Cedric Heidenreich ein Herz und zog aus 25 Metern ab. Gies lenkte den Ball über die Latte. In der Nachspielzeit hatten die Borussen Glück, als der Ball nach einem Schuss von Luca Althaus den Pfosten streifte. VfV 06-Kapitän Hassan El-Saleh beschönigte nichts: „Es war vielleicht unser schlechtestes Saisonspiel.“ Und der Matchplan blieb Kolleckers Geheimnis. In der Tabelle treten die Hildesheimer als Siebter weiterhin auf der Stelle.

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