Kreis Hildesheim - An Himmelfahrt sollten mehrere Orte im Landkreis Hildesheim gesperrt werden, an denen sich an diesem Feiertag üblicherweise größere Menschengruppen treffen. Das wünscht sich die Hildesheimer Polizei, wie Inspektionsleiter Uwe Ippensen in dieser Woche im Kreistags-Ausschuss für Sicherheit und Ordnung erklärt hat.
Der Himmelfahrtstag ist schon in normalen Jahren vielerorts eine Herausforderung für die Polizei – in diesem Jahr bereiten sich die Ordnungshüter besonders intensiv darauf vor. Sie wollen verhindern, dass es zu Menschenansammlungen kommt, bei denen die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten werden.
Polizeichef nennt Beispiele
Als Beispiele nannte Ippensen Hohnsensee-Ufer und Jahnswiese in Hildesheim, die Giftener Seen bei Sarstedt sowie den Himmelberg bei Alfeld. Doch auch in anderen Städten und Gemeinden könne es Flächen geben, bei denen ein Betretungs- oder zumindest ein Alkoholverbot sinnvoll sein könnten, so der Polizeichef.
Er wünsche sich, dass die Kommunen solche Bereiche an den Landkreis melden. Dieser könne dann auf Basis des Infektionsschutz-Gesetzes entsprechende Auflagen verfügen. In den vergangenen Wochen hatte der Kreis bereits mehrfach Parkplätze am Roten Berg und am Weinberg gesperrt. Dabei ging es darum, Zusammenkünfte von Motorrad-Fahrern zu verhindern.
Kreis denkt auch an Pfingsten
Die Kreisverwaltung steht dem Ansinnen aufgeschlossen gegenüber: „Das Gesundheitsamt steht im Kontakt mit Polizei und Bürgermeistern“, berichtete Pressesprecherin Sabine Levonen auf HAZ-Anfrage und kündigte an: „Wir werden für Himmelfahrt/Pfingsten auf jeden Fall noch eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Darin werden wir die Plätze aufnehmen, die von den beteiligten Stellen benannt werden.“
Die Stadt Hildesheim reagierte auf Nachfrage allerdings zurückhaltend: „Generelle Betretungsverbote für einzelne Flächen im Stadtgebiet würden wir kritisch sehen“, sagte Sprecher Helge Miethe. Denn damit würden auch alle ausgeschlossen, die eigentlich nicht im Fokus eines solchen punktuellen Betretungsverbots stehen – zum Beispiel Familien. „Ein temporäres Alkoholverbot auf einzelnen Flächen würden wir aber unterstützen“, so Miethe weiter.
Reicht Alkoholverbot?
Sarstedts Bürgermeisterin Heike Brennecke äußerte sich am Freitagnachmittag nach einem Gespräch mit der Leiterin des örtlichen Polizeikommissariats, Sylke Hanke, ähnlich: „Ich könnte mir vorstellen, dass es anstelle eines Betretungsverbotes ein Alkoholverbot gibt.“ Sie kündigte an, dieses Thema am Montag mit dem Landkreis Hildesheim zu besprechen. Tatsächlich hatte Polizei-Inspektionsleiter Ippensen im Ausschuss erklärt, auch örtliche Alkoholverbote könnten weiterhelfen.
Die Stadt Alfeld steht einer Sperrung des Himmelbergs offen gegenüber, will die Entscheidung aber dem Landkreis überlassen. Die Stadt hatte den Turm selbst in den Vorjahren stets gesperrt, nachdem betrunkene Randalierer Flaschen auf feiernde Besucher unter dem Turm geworfen hatten.
