Aus Lebensgefahr gerettet

Vier Katzen in eisiger Kälte am Straßenrand bei Emmerke ausgesetzt – Tierheim sucht Zeugen

Emmerke - Am Montag wurden vier Katzen von der Feuerwehr am Straßenrad der L 460 gerettet und ins Tierheim gebracht. Deren Mitarbeiter suchen jetzt nach Hinweisen zu den Besitzern der Tiere, die von ihnen ganz offensichtlich ausgesetzt wurden.

Katze im Tierheim – nach Rettung der Feuerwehr werden die Tiere nun versorgt und beobachtet. Foto: Tierheim Hildesheim

Emmerke - Auf einem Feld hinter einem Kalkberg hatten sich die drei Katzen und ein Kater zusammengekauert, als sie gefunden wurden. Offenbar waren sie zuvor am Straßenrand völlig schutzlos in der Kälte ausgesetzt worden. Die Feuerwehr und das Tierheim gehen davon aus, dass die Tat sich am Montag, 2. Februar 2026, gegen 19 Uhr an der L 460 ereignete. Laut Angaben der Retter handelt es sich um vier Norwegische Waldkatzen.

Der Kälte entkommen

Ein Anwohner aus der Nähe entdeckte die Tiere, versorgte sie mit Futter und verständigte die Feuerwehr. Da die verängstigten Katzen nicht zu fliehen versuchten, gelang es der Freiwilligen Feuerwehr Nordstemmen schnell, die Tiere zu sichern und ins Tierheim Hildesheim zu bringen. Dort wurde festgestellt, dass sie weder kastriert noch gekennzeichnet waren.

Derzeit, sagt Imke Büsing, die Leiterin des Tierheims Hildesheim, würden die Katzen beobachtet und bräuchten vor allem gute Versorgung, viel Ruhe und Wärme. Sie schildert, dass sie sich langsam an ihre neue Umgebung gewöhnen und zumindest eine Katze bereits anfängt, zutraulicher zu werden. Die anderen drei Tiere seien aber noch sehr scheu und ängstlich.

Ein ungewöhnlicher Fall

Vier Katzen gemeinsam in solchem Zustand aufzufinden, der für die Tiere lebensbedrohlich ist, sagt Büsing, sei ungewöhnlich: „Sowas kommt eigentlich nie vor.“ Bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt hätte die Situation für die Tiere, die die winterlichen Verhältnisse nicht gewohnt zu sein schienen, schnell tödlich enden können. Sie geht davon aus, dass die Vier aus der Wohnungshaltung kommen, da sich eine Katze, die das Leben im Freien kennt, anders verhalten würde: „Sie würden auf dem Feld Mäuse jagen und sich nicht hinter einen Berg kauern“. Das Fell verklebt und muffig, deute der Zustand der Tiere zwar auf einen Mangel an Pflege hin, wirklich verwahrlost seien sie aber nicht gewesen, sagt Büsing.

Wie geht es jetzt weiter?

In den folgenden Tagen steht für die Katzen ein Tierarztbesuch an, bei dem auch geprüft werden soll, ob die Weibchen tragend sind. Da sie gemeinsam mit einem unkastrierten Männchen gefunden wurden, ist dies nicht auszuschließen. Auch die Kastration aller Tiere ist geplant. Wer Beobachtungen zu der Tat gemacht hat, kann sich mit entsprechenden Hinweisen direkt beim Tierheim melden, telefonisch unter 05121 95757-50.

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