Kreditinstitute

Volksbank Hildesheimer Börde schließt Filiale in ihrem Kerngebiet im Kreis Hildesheim

Schellerten - Die Schließungswelle trifft einen Gemeinde-Hauptort im Kreis Hildesheim. Das wirkt sich auch auf eine Nachbar-Filiale aus. An anderer Stelle im Kreisgebiet will die Volksbank indes kräftig investieren.

Das Volksbank-Gebäude in Schellerten steht vor dem Abriss. Foto: Andrea Hempen (Archiv)

Schellerten - Die Volksbank Hildesheimer Börde schließt eine Geschäftsstelle in ihrem Kerngebiet. Wie die Hannoversche Volksbank, zu der das Kreditinstitut gehört, am Montag mitteilte, öffnet die Niederlassung in Schellerten am 30. Juni letztmals ihre Türen. Die Bank selbst spricht von einer „Umstellung“: Die Selbstbedienungs-Automaten bleiben erhalten. Ansprechpartner vor Ort gibt es ab Juli aber nicht mehr.

Experiment beendet

Damit endet nach gut einem Jahr ein Experiment, dass die Volksbank Hildesheimer Börde im Frühjahr 2022 gestartet hatte. Um zwar Öffnungszeiten zu reduzieren, aber keine Filiale ganz zu schließen, hatte das Kreditinstitut die benachbarten Geschäftsstellen in Dinklar und Schellerten aufeinander abgestimmt. Seither ist in Schellerten von montags bis mittwochs geöffnet, in Dinklar am Donnerstag und Freitag. Für den Landkreis Hildesheim war diese Art der Aufteilung eine Neuheit. Doch nun ist sie bald schon wieder Geschichte.

Die Begründung ist die gleiche, die auch andere Kreditinstitute bei der Aufgabe von Standorten anführen: „Die Nutzung von Bankdienstleistungen hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert“, sagt Volksbank-Pressesprecher Marko Volck. Persönliche Service-Leistungen würden seltener nachgefragt, Internet- und Mobilangebote hingegen intensiv genutzt. „Dementsprechend ist die Frequentierung der Geschäftsstellen immer weiter zurückgegangen.“

Große Pläne in Schellerten

Dass nun die Filiale im Gemeinde-Hauptort Schellerten schließt und nicht die im kleineren Dinklar, liegt offenbar auch an der geografischen Lage. Die Schellerter Kunden sollen künftig in der großen Niederlassung in Hoheneggelsen betreut werden, wo auch Schließfächer zur Verfügung stehen – von Dinklar aus wäre es dorthin noch weiter.

Unabhängig von der Schließung steht das Schellerter Volksbank-Gebäude vor dem Abriss. Die Kreiswohnbaugesellschaft kwg hat es ebenso ein wie benachbartes Grundstück erworben, um auf dem Areal eine Argentum-Wohnanlage zu errichten – und zudem ein Gebäude, für Ärzte, Apotheke und eben die Volksbank. Die braucht nun nur noch einen Automaten-Standort. Steht der Neubau, soll die bisherige Immobilie verschwinden.

Neue Öffnungszeiten in Dinklar

In Hoheneggelsen, vor der Fusion mit Hannover Hauptsitz des „Börde“-Instituts, will die Volksbank indes selbst kräftig investieren. Es soll das nächste Großprojekt der Bank im Landkreis nach dem großen Um- und Ausbau des „KompetenzCenters“ in Sarstedt werden. In Hoheneggelsen sollen „voraussichtlich noch in diesem Jahr umfangreiche Renovierungsarbeiten beginnen“, wie Pressesprecher Volck ankündigt.

Unterdessen ändern sich nach der Schließung in Schellerten ab 1. Juli die Öffnungszeiten in Dinklar: Statt am Freitag stehen die Türen dort künftig am Mittwoch von 9 bis 13 Uhr offen, außerdem weiterhin donnerstags von 9 bis 13 und von 14 bis 18 Uhr.

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