Kreis Hildesheim - Die Volksbank Hildesheimer Börde will in den nächsten Monaten zwei Filialen im südlichen Landkreis Hildesheim schließen. Betroffen sind die Niederlassungen in Diekholzen und Sehlem. Zugleich kündigt das Kreditinstitut an, an den Standorten Sarstedt und Hoheneggelsen Millionen-Beträge zu investieren und massiv neu- und umzubauen.
Sehlem behält Automaten
Die Geschäftsstelle in Diekholzen schließt zum 31. März endgültig ihre Türen und wird formal mit der Filiale an der Almsstraße in der Hildesheimer Innenstadt zusammengelegt. Es bleibt nicht einmal ein Geldautomat übrig – für die Bargeld-Versorgung verweist das Kreditinstitut auf seine Anlage in Ochtersum. Laut Volksbank Hildesheimer Börde können sich die Kunden wahlweise für die Niederlassungen an der Almsstraße, in Sibbesse oder für jede andere Filiale als Hauptanlaufstelle entscheiden. Für Diekholzen ist das der nächste Rückschlag: Auch die Sparkasse hat angekündigt, ihre Filiale dort aufzugeben.
Die Volksbank-Filiale in Sehlem schließt ebenfalls zum 31. März, zuständig ist dann die Filiale in Sibbesse. Dort gebe es auch ausreichend Schließfächer, versichert die Bank. In Sehlem sollen aber ein Geldautomat und ein Drucker für Kontoauszüge verbleiben. Die Volksbank verweist darauf, anders als andere Kreditinstitute einen Großteil ihrer Filialen in der Corona-Krise offen gehalten zu haben. Andererseits habe die Krise auch den Trend beschleunigt, dass Kunden Bankgeschäfte digital erledigen und seltener in die Geschäftsstellen kommen.
kwg baut in Hoheneggelsen mit
Doch während im Südkreis zwei Filialen schließen, will die Hannoversche Volksbank, zu der die Volksbank Hildesheimer Börde gehört, im nördlichen Landkreis kräftig investieren. Am früheren Hauptsitz der Börde-Bank in Hoheneggelsen soll ein neues „Kompetenz-Center“ entstehen. Der Baubeginn ist erst für 2023 avisiert, die Volksbank plant das Gebäude mit der Hildesheimer kwg zusammen. Ob die bisherige Niederlassung dafür abgerissen wird oder ob es eine andere Lösung gibt, steht noch nicht fest – um ein Millionen-Vorhaben geht es in jedem Fall.
Das gilt auch für Sarstedt. Dort ist zwar kein Neubau geplant, aber eine aufwendige Umgestaltung der großen Geschäftsstelle an der Innerstebrücke. Bis Ende nächsten Jahres möchte das Kreditinstitut rund 1,8 Millionen Euro in das markante Bauwerk stecken. Und dann das Personal deutlich aufstocken.
Sarstedt gewinnt Bedeutung
Die Volksbank will in Sarstedt Büroflächen für zusätzliche Berater für Privat- und Firmenkunden sowie im sogenannten Private-Banking-Bereich für vermögende Kunden schaffen, die sie zum Teil aus anderen Niederlassungen zusammenzieht. Insgesamt zehn zusätzliche Arbeitsplätze sollen entstehen, die Zahl der Beschäftigten in der Sarstedter Filiale dadurch auf 26 bis 28 steigen. Sarstedt sei ein „attraktiver Standort“ mit „gutem Potenzial“ – zu diesem Schluss kamen die Verantwortlichen der Hannoverschen Volksbank in ihren Analysen im Zuge der Übernahme der Volksbank Hildesheimer Börde.
Was auch daran liegen dürfte, dass die Stadt seit Jahren kontinuierlich an Einwohnern gewinnt und mehrere große und kleine Baugebiete in den nächsten Jahren die Zahl der Bürger – und damit der potenziellen Kunden – weiter ansteigen lassen dürften. Interessiert dürften die Volksbanker zudem verfolgen, ob bei der Commerzbank angesichts der neuen Kürzungspläne eine Schließung der Sarstedter Filiale Thema wird. Noch ist das unklar.
