Veränderungen bei Kreditinstituten

Volksbank schließt zwei Filialen im Landkreis Hildesheim

Heinde - Die Volksbank Hildesheimer Börde gibt zwei weitere Niederlassungen im Raum Hildesheim auf. Eine davon war vor 25 Jahren sogar noch eigenständig. An einem Hildesheimer SB-Standort soll indes das Angebot ausgeweitet werden.

Die Volksbank Hildesheimer Börde gibt ihre Niederlassung in Heinde auf, außerdem die in Dinklar. Foto: Michael Vollmer

Heinde - Die Volksbank Hildesheimer Börde gibt zwei Filialen im Landkreis Hildesheim auf, nicht einmal Geldautomaten bleiben dort zurück. Das bestätigte die Hannoversche Volksbank, in der die Börde-Bank vor einigen Jahren per Fusion aufgegangen ist, am Donnerstag auf HAZ-Anfrage. Die Niederlassungen in Heinde und Dinklar schließen zum 30. November. Zur Begründung führt die Bank an, dass immer weniger Kunden die Filialen besuchen – ein Argument, dass Kreditinstitute seit Jahren bei Filial-Schließungen heranziehen. Erstmals nennt eine regionale Bank aber zusätzlich auch den Fachkräftemangel.

Experiment gescheitert

„Dieser hat auch die Kreditinstitute erreicht, sodass einige Stellen nicht mehr mit qualifizierten Arbeitskräften besetzt werden könnten“, sagt Volksbank-Pressesprecher Marko Volck und räumt ein: „Schon jetzt konnten wir einzelne Geschäftsstellen an manchen Tagen nicht öffnen, da wir nicht genügend Personal hatten.“

Die Filiale in Dinklar wird dabei formal mit der großen Geschäftsstelle in Hoheneggelsen zusammengelegt, faktisch gibt die Volksbank den Standort aber auf. Das hatte sich angedeutet: Rund ein Jahr lang hatte die Börde-Bank die Niederlassungen in Dinklar und Schellerten jeweils eine halbe Woche lang geöffnet, um noch ein beiden Ortschaften präsent zu sein, dann zum 30. Juni dieses Jahres die Niederlassung in Schellerten geschlossen.

Neuer Automat in Itzum

Mit Heinde gibt das Kreditinstitut zudem eine Niederlassung auf, die für die Volksbank Hildesheimer Börde eine gewisse historische Bedeutung hatte. Erst vor 25 Jahren schloss sich die damals noch eigenständige Volksbank Heinde-Sehlem mit der wachsenden Börde-Genossenschaftsbank zusammen.

Volksbank-Sprecher Volck verweist mit Blick auf die Bargeldversorgung auf die Möglichkeit, in vielen Supermärkten beim Einkauf kostenlos Geld vom Konto abzuheben. Zudem kündigt er an, am SB-Standort im Hildesheimer Ortsteil Itzum bald eine Ein- und Auszahlungsautomaten bereitzustellen. Für den direkten Kontakt zwischen Bank und Kunde setze das Unternehmen aber zunehmend auf die Bündelung in größeren Geschäftsstellen, den sogenannten Kompetenz-und Beratungscentern. In Sarstedt und Hoheneggelsen investiert die Bank deshalb Millionensummen.

Heinde hadert mit Situation

Der Heinder Ortsrat bedauert die Entscheidung der Volksbank. „Das ist ein großer Verlust“, erklärte dazu Ortsbürgermeister Kai Schwetje am Dienstagabend in der Ortsratssitzung. Neben dem Wegfall der Beratung hätten die Bürgerinnen und Bürger künftig keine Möglichkeit mehr, Geld am Automaten abzuheben.

Der Ortsbürgermeister weiß, dass die Frequenz bei der Benutzung des Automaten mit die schlechteste in der Statistik ist. „Leider können wir die Schließung, die offenbar aus wirtschaftlichen Gründen getrof­fen wurde, nicht beeinflussen“, sagte Schwetje. Es müsse nun geklärt werden, was mit dem Gelände und dem großen Gebäu­de passiert. „Ein großer Teil des Hauses steht leer. Es trägt sich wohl nicht mehr“, sagt der Ortsbürgermeister. Schwetje erinnerte daran, dass in Heinde früher einmal eine Hauptstelle gewesen war: „Die Infrastruktur bricht immer weiter weg. Wir haben fast nichts mehr.“

Investor gesucht

Schwetje sprach auch die auf der linken Seiten von der Volks­bank liegende Brachflä­che an, die rund 5000 Quadratmeter groß ist. „Es müsste ge­lingen, diesen kompletten Bereich zukunftsweisend zu gestalten. Dazu fehlt allerdings ein Investor mit den finanziellen Möglichkeiten“, so der Ortsbür­germeister.

Mit Michael Vollmer

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