Konzert

„Volle Hütte“ in Nordstemmen: Hellfire feiert Rocknacht mit Fans und Gastband aus Italien

Nordstemmen - Der Vorverkauf lief schleppender als gewohnt, aber am Ende wurde alles gut: Hellfire ließen bei der 14. Nordstemmer Rocknacht Haus AC/DCs Höllenglocken krachend laut erklingen. Die Gastband kam diesmal aus Italien.

Und natürlich gibt es an diesem Abend auch Mothership und Hellfire zusammen! Foto: Kerstin Loel

Nordstemmen - Der Vorverkauf lief schleppender als gewohnt, aber am Ende wurde alles gut: Hellfire ließen bei der 14. Nordstemmer Rocknacht vor vollem Haus AC/DCs Höllenglocken krachend laut erklingen. Bevor Veranstalter und Hellfire-Leadgitarrist Marco Wismer wie sein Vorbild Angus Young in Schuluniform wie unter Starkstrom über die Bühne toben konnte, schöpfte Gastband Mothership bei einer anderen Truppe aus der Hall of Fame der Rockmusik aus dem Vollen. Mit der Led-Zeppelin-Tributeband aus Italien hatte Wismer auf das richtige Pferd gesetzt.

Sänger Andrea Ranfagni, Marco Felix an der Gitarre, Manuel Lando am Bass und Drummer Francesco Paluan hauten eine mitreißende Setlist raus und feierten die Briten, die in der Ursprungsbesetzung zuletzt 1980 auf der Bühne standen. Die Rockfans feierten mit. Nach mehr als zwei Stunden hatten sie noch lange noch nicht genug vom treibenden 70er- Sound, von „Whole Lotta Love“ , „Immigrant Song“ und Co. Aber irgendwann musste es sein – und dafür nahm sich die Band noch einmal mehr als acht Minuten Zeit. Marco Felix stimmte die vielleicht berühmtesten Gitarrenklänge der Rockgeschichte an, Klänge, die auch jene kennen, die in der Rockmusik nicht allzu bewandert sind: „Stairway to Heaven“. Mit der Gänsehaut-Ballade als letztem Highlight verabschiedeten sich die vier umjubelten Mailänder von der Rocknacht-Bühne.

„Happy, dass die Hütte voll ist“

Virtuose Rock-Riffs, umwerfende Stimmgewalt, eine energiegeladene Bühnenshow und ein Saal, der kocht: Mothership hatten vorgelegt. Hellfire legten nach. Eine knappe Stunde später als geplant enterten die fünf Lokalmatadoren die Bühne und sorgten für weitere 120 Minuten dröhnende Bässe und harte Rhtythmen. „Ready to rock?“ Die Frage von Leadsänger Ulli Dürkop konnte nur rhethorisch gemeint sein. Die älteren AC/DC-Fanshirt-Träger, die Jüngeren mit den Teufelshörnern im Haar und die Lederkutten-Fraktion wollten unter Strom gesetzt werden. Marco Wismer, Ulli Dürkop, Sascha Dürkop (Drums), Matthias Grieschat (Rhythmus-Gitarre) und des „Teufels Advokat“, Eddie Stumm, am Bass ließen sich nicht lange bitten und lieferten eine teuflisch gute Höllenshow – brachiale Gitarrenriffs, Hells-Bells-Glocke und große Salutkanonen für eine gewaltige Ladung Dynamit inklusive. Wechselstrom und Gleichstrom zur gleichen Zeit, schweißtreibend und nicht nur dank der starken Reibeisenstimme von Ulli Dürkop ganz nah am Original. „Sin City“, „Black in Black“ oder „Thunderstruck“, die Hits der australischen Kultband konnten viele Rockfans mitsingen. Nicht nur auf der Bühne ging ordentlich die Post ab.

Nach dem verhaltenen Vorverkaufsstart zeigte sich Marco Wismer nach zwölf restlos ausverkauften Rocknächten im Deutschen Haus und einer Open-Air-Version 2023 „happy, dass die Hütte voll ist“. So selbstverständlich wie in der Vergangenheit ist das seiner Erfahrung nach nicht mehr. Der Rocknacht-Veranstalter hat in den zurückliegenden Monaten beobachtet, dass sich Konzertbesucher beim Ticketkauf zunehmend zurückhalten. Was die Zukunft bringen wird, nimmt er sportlich. Zum 20-jährigen Hellfire-Jubiläum will er mit der Band im Sommer 2024 noch einmal vor viel Publikum unter freiem Himmel „richtig Gas geben“. Was danach komme, sei Bonus.



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