Alfeld - Was ich mir nach der Erklimmung des Alfelder Himmelberges mit dem Fahrrad erhofft hatte: Mitgefühl, Respekt und vielleicht sogar ein bisschen Ehrfurcht. Was ich stattdessen bekam: einen Satz wie ein Vorschlaghammer. „Da gibt es hier noch ganz andere Berge.“ Der Mann, dem ich auf der Bergspitze begegnete, meinte es natürlich nicht böse. Er war lediglich besser informiert über die Topografie des Leineberglandes als ich. Was auch nicht schwer ist: Als Hildesheimer bin ich Höhenmeter von bis zu 119 Metern einfach nicht gewöhnt (Hildesheim hat 91 Meter). Sie merken an dieser Stelle vielleicht: Ich dramatisiere manchmal etwas. Liegt vielleicht am Job. Aber ganz ehrlich – es war auch noch richtig schlimm kalt! So richtig Spaß macht Fahrradfahren ja bekanntlich auch nur im Sommer. Zu einer Jahreszeit, in der ich übrigens schon mal beruflich Fahrrad gefahren bin. Als Mountainbike-Guide auf einer Mittelmeerinsel, mit knapp dreißig Jugendlichen im Schlepptau. Wobei: eher als Zugpferd. Der richtige Guide war krank, ich musste spontan aushelfen und bildete folglich das Schlusslicht der Gruppe. Trotzdem empfand ich mich damals als athletisch. Putzige Geschichte. Und irgendwie auch sinnbildlich für mein erhabenes Gefühl, kürzlich auf dem Alfelder Himmelberg. Ich bin jedenfalls bereit für neue Herausforderungen. Gibt’s hier nicht noch sechs andere Berge?
Vom Leben in Alfeld
Von A bis Z: Vom Himmelberg bis zur Unendlichkeit
Alfeld - Man muss nicht gleich die Tour de France meistern, um sich auf dem Fahrrad athletisch zu fühlen. Für AZ-Redakteur Kilian Schwartz reicht schon ein Trip zum Himmelberg.
