Sottrum - Der Familienpark Sottrum ist wie eine Wundertüte. Nicht nur, was der Park an Unterhaltung zu bieten hat, auch das Areal scheint schier unerschöpflich zu sein.
Auf einem bisher nicht genutzten Teil zwischen Bauernhof und Zirkuszelt hat die Familie Deicke nun eine Survival-Ausstellung angelegt, mit Feuerstellen und Unterständen. Eine von drei Neuheiten, die ab dem 2. April auf die Gäste warten wird.
Die Mitarbeiter des Familienparks lagen im Winter nicht etwa auf dem Sofa – sie haben wie immer geackert. Noch ist nicht alles fertig, aber Senior-Chef Peter Deicke (91) ist zuversichtlich, dass es klappen wird. Auffällig sind die vielen riesigen Steine auf dem Parkplatz des Parks.
Tonnenschwere Kolosse aus aller Herren Länder. Ein riesiger Quarz aus Ostasien etwa, ein Fuchsit aus Grönland, Sandstein vermutlich von der alten Burg Wohldenberg und Findlinge, die beim Autobahnbau in Mecklenburg-Vorpommern im Wege waren. „Kinder sind begeistert von Steinen“, sagt Deicke. Und er ist es auch.
An einer Stelle liegen viele dicke Steine, alle mit einer Bohrung. „Die wollte Greenpeace in der Ostsee versenken, um die Schleppnetzfischerei zu verhindern“, erzählt Deicke. Ein Gericht untersagte die Aktion und Greenpeace spendete die Steine dem Park. „Viele Steine mit vielen Geschichten“, sagt Deicke.
Partner Greenpeace
Die Umweltorganisation Greenpeace ist im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ein Partner des Parks geworden. Gemeinsam sind schon einige Ausstellungen realisiert worden. „Die haben gesagt, unser Park sei der schönste der Welt, weil er so sinnvoll sei“, sagt Deicke. Wissen vermitteln ist eines der Ziele des Parks. Aber Humor darf auch nicht zu kurz kommen. Und so ist die Bestimmung eines platten Granitsteins für Deicke schon klar: „Das wird das kleinste Hünengrab, für einen Zwergenkönig“, verrät er.
Alle Steine sollen nach und nach im Park arrangiert werden. Ob er ein Stonehenge nachbauen wird? Vielleicht. Aber auf jeden Fall wird es in Sottrum ein Woodhenge geben. Das steht zum großen Teil sogar schon.
Die Erde dreht sich um sich selbst, und sie dreht sich um die Sonne. Wie kann man diese Tatsache Kindern einfach vermitteln? Ganz einfach, mit einem neuen Spielgerät. Gleich neben dem Ufo-Landeplatz, nahe der Schlafstätte des Mondes, ist es zu finden. Gebaut nach einem Entwurf des Parkchefs.
Texte und Gedichte
Der hat den Winter außerdem dazu genutzt, um Texte und Gedichte für die Tafeln zu schreiben. Etwa eines über Fledermaus-Sex. Denn Fledermäuse sind ein weiterer neuer Bestandteil des Parks. Deicke hat über sie Wissenswertes aus aller Welt zusammengetragen. Nichts ist Quatsch. Naja, außer vielleicht das mit dem Fledermausblutstropfen auf den Seidentüchern, die arme Seelen retten sollten. Davon haben die Parkmitarbeiter gleich ein Dutzend unter die Decke des Fledermaushauses gehängt. „Wir haben jedenfalls schon mal ein paar Seelen gerettet“, sagt Deicke und schmunzelt. Des weiteren gibt es Wissenswertes über Dracula, die Blutgräfin und natürlich über Fledermäuse. Deren größter Vertreter ist übrigens der Kalong. Ein Vegetarier, der sich den ganzen Tag mit Artgenossen zankt und spuckt.
Mit etwas Glück sind Fledermäuse in der Abenddämmerung zu sehen. Mit Sicherheit auch in Sottrum, vielleicht kreisen sie über der neuen Survival-Ausstellung. Ein Weg führt durch hohes Schilf. Auf dem Weg erfahren die Besucher, wie sie Wasser finden und gewinnen können, wie sie Feuer ohne Feuerzeug entfachen können. Alles kann natürlich auch ausprobiert werden. Zum Beispiel an einem großen Grillplatz in der Mitte. Danach vielleicht ein Päuschen in einem einfach gebauten Unterstand, der in der freien Natur des nachts Schutz bieten könnte?
Mädchen und Jungen, die nach der Tour noch genug Energie haben, können sich auf einem neuen Hindernisparcours austoben. Und danach die vielen kleinen Neuigkeiten überall im Park entdecken. Im Sommer soll dort übrigens ein Mäusehotel eröffnet werden, wie der Chef verrät. Der Park startet am Sonnabend, 2. April, in die Saison.





