Hildesheim - Ein Kannibale, der vor seinem Haus auf einer Insel in der Südsee sein Mittagessen erschießt: So etwas gibt es nicht im echten Leben – aber in den Steinwelten. Die achte Lego-Ausstellung im Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM) in Hildesheim ist am Wochenende der Anziehungspunkt für große und kleine Freunde der bunten Steine.
Als ob die Adresse des RPM extra für diese Ausstellung gemacht wurde: Am Steine – dahin zieht es am Wochenende viele Menschen. Große, oft mit einem oder zwei kleinen an der Hand. Das Wetter spielt dem Orga-Team am Sonnabend in die Karten. Es ist verregnet, trübe und frisch. Es bietet sich wirklich nicht an, draußen etwas zu unternehmen. Folgerichtig ist es schon gleich nach der Eröffnung recht voll im Museum.
Steine im 500-Gramm-Beutel
Im Erdgeschoss haben Händler ihre Tische aufgestellt. Dort bekommt man alles, was das Lego-Herz begehrt: Steine und Figuren aus den 1970er- und 1980er-Jahren, einzelne Blüten, Eiskristalle oder Tiere. Wer sich mit Einzelteilen nicht abgeben will, kann zum 500-Gramm-Beutel mit Steinen greifen. Im Zwischengeschoss gibt es ebenfalls noch einiges zu kaufen, dort stehen auch die Basteltische. „Wir nutzen in diesem Jahr die Fläche, auf der 2018 die Lego-Ausstellung gezeigt wurde“, erklärt Ausstellungsorganisator Marcel Muschik aus Bettmar. So haben die elf Händler genug Platz und auch die knapp 100 Ausstellenden treten sich nicht auf die Füße. „Der Raum ist gut gefüllt, trotzdem kommt man gut durch und sieht etwas“, sagt Muschik.
„Lego ist das Größte“
Und zu sehen gibt es eine ganze Menge. Eine Eisenbahn etwa, die auf dem Grund des Meeres fährt. Die Bahn rollt nicht nur vorbei an Meerestieren, auch die Umweltverschmutzung wird aufgegriffen. Etwas weiter ist eine mittelalterliche Stadt zu bewundern, gleich daneben haben sich Kampfroboter in Position gebracht. Viel ruhiger: eine Meereslandschaft mit ein paar Inseln. Die werden bewohnt von einem Dinosaurier, einer Elfe und einem Kannibalen. Lukas Detgen aus Klein Himstedt ist der Architekt dieser Welt. Der Junge ist neun Jahre alt und sein Ziel war es, unbedingt bei diesen Steinwelten dabei zu sein. „Ich hatte so viele blaue Matten, da dachte ich, ich mache etwas mit Meer“, berichtet Lukas. Den Plan legte er sich im Kopf zurecht und seine Mutter Jasmin Detgen meldete ihn zur Ausstellung an. „Lego ist das Größte“, sagt der Neunjährige und schaut zufrieden auf sein Werk. Während das etwas luftiger wirkt, ähnelt die danebenstehende Welt einem Wimmelbild: ein Bauernhof mit ganz vielen Details, etwa einer Katze auf einem Stuhl am gedeckten Kaffeetisch im Garten und einer Arbeitskuh, die gelbe Satteltaschen trägt.
Viel zu sehen
Jede Menge gibt es bei den Steinwelten zu schauen und zu staunen. Sind sie vorbei, beginnt der einstige Bühnentechniker und jetzige Servicetechniker für Großküchentechnik, Marcel Muschik, mit seinem Team mit der Vorbereitung für die nächste Ausstellung. Wobei, es geht nicht gleich am Montag weiter. Denn dann reist Muschik mit seiner Familie erst einmal von Bettmar nach Günzburg in Bayern. Das dortige Legoland besuchen.
Die Ausstellung im RPM ist am Sonntag, 29. März, von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

