Volleyball

Vor dem möglichen letzten Spiel als Coach der Grizzlys Giesen: Itamar Stein ist entspannt

Giesen - Play-off-Heimspiel gegen Düren könnte bei einer Niederlage das letzte Spiel des langjährigen Trainers gewesen sein. Die Mannschaft würde das gerne verhindern, wie der Kapitän erklärt.

Zehn Jahre ist Itamar Stein Trainer der Grizzlys. Ab sofort könnte fast jede Begegnung seine letzte sein. Am Samstag empfangen die Giesener Düren und wollen Steins Zeit ein bisschen verlängern. Foto: Werner Kaiser

Giesen - „Eigentlich bin ich entspannt“, sagt Itamar Stein, Cheftrainer des Volleyball-Erstligisten Helios Grizzlys Giesen. Dabei steht eine ganze Menge auf dem Spiel in der zweiten Play-off-Begegnung seiner Grizzlys gegen die SWD Powervolleys Düren (Samstag, 19 Uhr, Sparkassen-Arena Hildesheim). Schließlich könnte es sein letztes Spiel als Trainer der Giesener sein. Ein bisschen Emotionalität herrscht vor. „Natürlich ist das im Hinterkopf“, gibt Stein zu. „Ich habe mir aber keine großen Abschiedspläne für Samstag gemacht.“ Der Trainer versucht also, konzentriert zu bleiben und den Fokus auf der Partie zu behalten.

Spiel eins der Viertelfinalserie verloren die Grizzlys am vergangenen Samstag in Nordrhein-Westfalen mit 1:3. Soll die Best-of-Three-Serie weitergehen, zählt nur ein Sieg – sonst heißt es Saisonende und auch das Ende der Amtszeit von Trainer Stein. Bekanntlich verlässt der Coach den Volleyball-Bundesligisten nach dieser Spielzeit aus persönlichen Gründen. Er geht mit seiner Familie in die tschechische Heimat seiner Frau Tereza. Ganz ausblenden lässt sich weder für den Coach selbst noch die Spieler, dass ab sofort jedes Spiel das letzte des Trainers sein könnte.

Röling beschreibt Stein als „sehr menschlichen Trainer“

Dass es die letzte Begegnung für den Trainer wird, das möchten seine Spieler gerne verhindern. Allen voran Kapitän Jan Röling, der mittlerweile dienstälteste Profi der Grizzlys und damit auch zugleich der Spieler ist, der am längsten unter Trainer Stein gespielt hat. „Die Motivation ist ohnehin da, es sind Play-offs“, sagt Röling. Doch auch er gibt zu, dass es eine besondere Situation sei. „Wir wissen, was auf dem Spiel steht und was die Umstände sind. Sicherlich ist die Motivation da noch ein Stück weit höher“, sagt der 26-Jährige. Röling beschreibt Stein als „sehr menschlichen Trainer“, das sei ihm bereits vor seinem Wechsel 2019 aufgefallen. „Itamar hat viel Wert darauf gelegt, dass sich Spieler gut und wertgeschätzt fühlen“, erklärt Röling.

Dass die Chance besteht, dass Steins Trainerzeit bei den Grizzlys noch weitergeht, davon sind der Coach selbst aber auch Röling überzeugt. „Wir haben Chancen ins Halbfinale einzuziehen“, sagt Stein. Schon in Düren hätte seine Mannschaft das Spiel „gewinnen können, vielleicht sogar müssen“, ergänzt der Trainer. Vor heimischer Kulisse hoffe er nun auf das „gewisse Etwas“, so Stein. Der Kapitän sprach von „Kleinigkeiten“, die in Spiel eins zugunsten von Düren entschieden haben. „Die Halle spielt sicherlich auch mit rein, die werden wir versuchen mitzunehmen“, so Röling.

Arena und Fans sollen große Rolle für Mannschaft spielen

Auch Stein setzt auf den Faktor Sparkassen-Arena. Nicht selten sprach der Grizzlys-Trainer von besonderen Erlebnissen in der eigenen Halle in der Vergangenheit. Im März 2025 zum Beispiel drehten die Grizzlys im Play-off-Viertelfinale gegen Herrsching einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Heimsieg. Stein sagte damals: „Ich bin dankbar, hier einen magischen Abend erlebt zu haben.“ Oder als die Grizzlys im Dezember 2024 im Europapokal gegen Bukarest 3:2 gewannen, sagte der Trainer überschwänglich: „Wir haben schon viele magische Momente in dieser Arena erlebt, heute auch.“

Und so sollen auch am Samstagabend gegen Düren „die Arena und die Fans“ eine große Rolle für Stein und seine Mannschaft spielen. „Die sind ein Teil unseres Erfolges der letzten Jahre“, sagt Stein und gerät wieder ins Schwärmen: „Die Atmosphäre war oft magisch, dass wir eigentlich gar nicht verlieren können.“ Über 2000 Zuschauer werden am Samstag mindestens in der Halle sein, vermeldeten die Grizzlys am Donnerstag. Tickets für das Play-off-Heimspiel gibt es online unter ticket.homeofgrizzlys.de oder direkt an der Abendkasse (öffnet um 17.30 Uhr). Für alle, die nicht live in der Sparkassen-Arena vor Ort sein können, gibt es das Spiel auch im Livestream auf Dyn zu sehen.

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