Heinum - „Auto in Haus/Gebäude – Einsturzgefahr“: Mit dieser Meldung sind die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Leinebergland in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch geweckt worden. Ein Heinumer Hausbesitzer hatte zuvor gemeldet, dass ein Auto in sein Gebäude gefahren war.
Beim Unfallort in Heinum angekommen, stellten die Einsatzkräfte fest, dass tatsächlich jemand mit seinem silberfarbenen Peugeot mit Hildesheimer Kennzeichen gegen die Hauswand gefahren war und diese mit dem Wagen durchbrochen hatte. Die Polizei geht davon aus, dass der Fahrer gegen 23.40 Uhr aus Richtung Eberholzen kommend die Gronauer Landstraße in Heinum befuhr, ehe er nach links von der Fahrbahn abkam und frontal gegen die Hauswand prallte.
Massiver Schaden am Haus
Der Schaden an der Hauswand sei massiv, einzelne herausgebrochene Steine wurden in das Innere des Gebäudes geschleudert. Vom Fahrer fehlte in der Nacht allerdings jede Spur. Ein hinzugezogener Baufachberater des Technischen Hilfswerks stellte fest, dass das Haus durch den Unfall tatsächlich einsturzgefährdet ist. Glück im Unglück: Die Haushälfte, in die der Wagen gefahren war, ist derzeit unbewohnt. Die Bewohner und Bewohnerinnen der anderen Haushälfte mussten das Gebäude verlassen.
Um das Haus zu stabilisieren, wurden weitere THW-Kräfte aus Elze und Sarstedt angefordert. Die installierten in dem Fachwerkhaus Holzbalken, um das Auto aus der Hauswand befreien zu können, wie Martin Mundhenke, Feuerwehrpressesprecher der Samtgemeinde Leinebergland, am Mittwoch erklärt.
Polizei sucht nach Fahrer
Offen war allerdings noch die Frage nach dem Fahrer – und ist es auch nach wie vor. Noch in der Nacht suchte ein angeforderter Polizeihubschrauber aus Hannover nach dem Unfallverursacher, allerdings ohne Erfolg.
Auf HAZ-Anfrage erklärt die Polizei Elze am Mittwochmittag, dass der Wagenbesitzer ausfindig gemacht werden konnte, der habe allerdings angegeben, nicht am Steuer gesessen zu haben – und er wisse auch nicht, wer den Wagen gefahren hatte. Als gestohlen wurde das Fahrzeug allerdings nicht gemeldet.
Tempo 30 Zone eingerichtet
Hinweise, dass es sich um eine gezielte Tat gehandelt haben könnte, gebe es laut dem Sprecher der Elzer Polizei aber nicht. „Das war definitiv ein Unfall“, so der Beamte. Das Haus wird weiterhin von den Holzbalken gestützt, ist nach wie vor nicht bewohnbar. Die Polizei schätzt den Schaden am Haus auf etwa 150.000 Euro, den am Wagen auf 10.000 Euro.
Die Polizei hat für den Bereich eine Tempo-30-Zone eingerichtet, um die Straßenvibration zu verringern – und sucht nun nach möglichen Zeugen oder Zeuginnen. Wer etwas gesehen hat, kann sich telefonisch unter der 05068/93380 melden.

