Kolumne: Echt jetzt!

Wann gibt’s Mittagessen, wann Süßes, wann Kaffee? Wer auf Experten hört, ist nicht nur in Hildesheim verloren

Hildesheim - Sich gesund zu ernähren, scheint nicht so einfach – denn Ratschläge gibt es einfach zu viele, und dann widersprechen sie sich auch noch. Wissen Sie Bescheid über den perfekten Essenstag? Hier kommt ein weiterer Tipp.

Lange Pausen zwischen großen Hauptmahlzeiten? Oder doch lieber kleine Snacks von früh bis spät? Die Fülle an Ernährungstipps ist schier unendlich. Foto: HAZ

Hildesheim - Expertentipps zu folgen und etwas zu verändern, ist nicht einfach. Schließlich sind wir Sklaven unserer Gewohnheiten. Zudem haben wir heutzutage Zugang zu einer solchen Fülle an Informationen, dass die Entscheidung für den einen richtigen Weg denkbar schwerfällt. Mir geht es gerade beim Thema Ernährung wieder mal so. Eben erst hatte ich verinnerlicht, dass es super sein soll, lange Pausen zwischen den Hauptmahlzeiten zu machen. Die Ich-esse-nichts-Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen sollte idealerweise fünf Stunden betragen, las ich.

Zwei Experten, vier Meinungen

Während ich mich einige Wochen durchkämpfte und das Hungergefühl zwischen 10 und 11 Uhr wegschob, kam der nächste Experte um die Ecke. Wir müssten weg von großen Hauptmahlzeiten, riet er, und lieber über den Tag verteilt kleine Snacks essen. Tja, und nun? Wer hat recht? Das Problem ist ja, dass die Internetblase grundsätzlich dafür sorgt, dass wir aus einem Themenbereich hundert Schnipsel angezeigt bekommen. Plötzlich kocht jede und jeder im Netz schnell und gesund, und plötzlich macht das allen auch noch Spaß!

Süßes und Kaffee: Da scheiden sich die Geister

Während ich zu diesem Zeitpunkt noch über die passende Strategie grübelte, bekam ich den nächsten Tipp: Ich solle lieber etwas Süßes direkt nach dem Mittagessen zu mir nehmen als später am Nachmittag, denn mittags sei der Körper ohnehin im Mahlzeitenmodus. Und Kaffee nach dem Essen? Bloß nicht! Angeblich hilft das Koffein zu jenem Zeitpunkt keinesfalls gegen Nachmittagsmüdigkeit, zusätzlich erschwert es den Schlaf am Abend. Blöd nur, dass der nächste Kenner empfiehlt, Süßes und andere Genussmittel am besten erst in der zweiten Tageshälfte zu konsumieren. Ich bin ratlos. Vielleicht sollten wir letztlich doch auch wieder mal auf unsere gute alte innere Stimme hören und nicht jede Gewohnheit hinterfragen? Ich probiere es direkt mal aus.

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