Coronavirus

Warnstufen: Wie wirken sich Thüringer Corona-Patienten auf Hildesheim aus?

Kreis Hildesheim - Wer nach Niedersachsen und konkret nach Hildesheim verlegt wird, beeinflusst die hiesigen Corona-Daten. Das sind die Auswirkungen auf die drei zentralen Kennwerte.

Corona-Patienten aus Thüringen erhöhen zwei der drei Corona-Kennwerte in Niedersachsen, das kann auch Auswirkungen auf Hildesheim haben. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Ende vergangener Woche wurden zwei Corona-Intensivpatienten aus überlasteten Kliniken in Thüringen nach Hildesheim verlegt – eine Frau ins St. Bernward Krankenhaus (BK) und ein Mann ins Helios Klinikum. Insgesamt wurden bislang sechs Thüringer nach Niedersachsen gebracht.

Das wirft bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Fragen auf: Führt diese Aufnahme zusätzlicher Patienten bei uns zu schärferen Regeln oder dazu, dass höhere Warnstufen schneller erreicht werden?

Die HAZ erklärt die Auswirkungen auf die ...

– Sieben-Tage-Inzidenz

Auf die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Hildesheim haben die Intensivpatienten aus Thüringen keinen Einfluss. Denn die Inzidenz bezieht sich immer auf die Einwohnerinnen und Einwohner des jeweiligen Landkreises.

– Hospitaliserungsrate

Da sieht es anders aus. Bei der Belegung der Krankenhäuser geht es nicht um die Herkunft des Patienten, sondern um den Standort der Klinik. Neu aufgenommene Patienten in jedwedem niedersächsischen Krankenhaus, egal woher sie kommen, tragen also zur Erhöhung Hospitalisierungsrate bei. Allerdings zunächst nur in geringem Maße. Acht zusätzliche Patienten würden die Hospitalisierungsrate um 0,1 Punkte erhöhen. Sechs sind bislang aus Thüringen hinzugekommen, das macht also 0,075 Punkte aus.

Aber: Der Grenzwert von 6,0 für die Einführung der Warnstufe 2 war schon längst überschritten, als die ersten Corona-Intensivpatienten aus Thüringen in Niedersachsen landeten. Theoretisch denkbar ist, dass durch die zusätzliche Aufnahme die Warnstufe 3 (Grenzwert 9,0 an fünf Werktagen in Folge überschritten), früher erreicht wird, allerdings allenfalls um einen Tag. Zu berücksichtigen ist dabei aber auch: Auch die Hospitalisierungsrate wird auf sieben Tage berechnet: Wer am vergangenen Freitag ins Krankenhaus kam, fällt am nächsten Freitag wieder aus der Wertung.

– Intensivquote

Auch hierzu tragen die Thüringer bei, und zwar dauerhaft. Aktuell sind 9,4 Prozent der Intensivbetten in niedersächsischen Krankenhäuser mit Corona-Patienten belegt, ohne die sechs Thüringer läge die Quote bei 9,1 Prozent. Auf die Warnstufen hat dieser Kennwert aufgrund der Höhe von Hospitalisierungsrate und Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Hildesheim derzeit aber keinen Einfluss.

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