Heinde - Ohne Wartezeit geht derzeit kaum etwas auf der Deponie in Heinde. Vor dem Betriebshof bilden sich meist lange Schlangen von wartenden Fahrzeugen. „Und das nicht nur am Wochenende, auch in der Woche. Wahrscheinlich räumen viele Leute noch auf“, sagt Jens Krüger, Geschäftsführer des Zweckverbands Abfallwirtschaft Hildesheim (ZAH). Am Kompostwerk am Hildesheimer Hafen hat sich der Andrang indes eingependelt.
Kunden sind geduldig
„Die Leute sind im Großen und Ganzen sehr geduldig“, erklärt der ZAH-Geschäftsführer. Nach der vierwöchigen Schließung setzte das Entsorgungsunternehmen zunächst einen Sicherheitsdienst ein, um für Ordnung zu sorgen. Das habe sich aufgrund des Ansturms bewährt, berichtet Krüger, mittlerweile sei der Dienst allerdings nicht mehr nötig. Auf dem Wertstoffhof wird den Kunden empfohlen Masken zu tragen. „Das ist aber keine Pflicht. Ich tue mich da schwer auf den offenen Höfen“, erklärt Krüger. Besonders groß war der Ansturm im Kompostwerk, als die Anlieferungen kostenlos waren, nun sei dort wieder der Alltag eingekehrt.
Wilde Entsorgung
Was man von der Deponie kaum behaupten kann. Schlange stehen gehört bei der Anlieferung dazu. Offenbar ist das Warten nicht jedermanns Sache. Immer wieder entledigen sich Unbekannte ihres Mülls in der Natur. „Das ist wirklich extrem“, erklärt Krüger. Auch Sonderabfälle würden häufig achtlos abgeladen. „Da machen es sich viele Leute sehr leicht. Das verstehe ich nicht“, erklärt der Geschäftsführer. Für seine Mitarbeiter hat Krüger großes Lob übrig. Die Grundversorgung sei seit Beginn der Corona-Einschränkungen aufrecht gehalten worden. Dank eines sehr geringen Krankenstandes.
Starten sonst täglich acht Müllwagen mit drei Müllwerkern an Bord, sind die die Fahrzeuge derzeit nur mit zwei Mann besetzt. Dafür schwärmen nun elf Fahrzeuge aus. Auch im Betrieb werde darauf geachtet, dass Abstände eingehalten werden. Lediglich die Mitarbeiter, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, um zur Arbeit zu kommen, dürfen im Betrieb duschen.
30000 Euro für Schutz
Für Mund-Nasenschutz, Desinfektionsmittel und Schutzscheiben in öffentlichen Bereichen wie dem Stadtbüro hat das Unternehmen 30 000 Euro ausgegeben. Vor Corona lagen die Ausgaben in diesem Bereich bei 3000 Euro. „Sicher ist sicher“, sagt Krüger. Gesundheit sei schließlich das höchste Gut.
Laut Krüger ist der Altkleidermarkt in den vergangenen zwei Monaten total eingebrochen, was dazu führt, dass viele Altkleidercontainer nicht geleert werden. Doch offenbar sorgen die Eigentümer der Container dafür, dass zumindest vor dem Sammelbehälter abgestellte Säcke abgeholt werden.
