Hildesheim - Uff, ist die Kiste schwer! Anheben lässt sie sich aber trotzdem gerade so – und irgendwie fühlt sich das gar nicht so anstrengend an! Die Schülerinnen und Schüler der Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG), die das Zelt vor dem Haupteingang eben noch skeptisch beäugt haben, stürzen sich nun auf die speziellen Gurte. Das müssen sie auch einmal ausprobieren.
Werbung für Mathe und Technik
Martin Brüning schaut zufrieden. „Die Exo-Skelette funktionieren immer“, erzählt er schmunzelnd. Dahinter verbirgt sich ein Gurtsystem, das beim Heben schwerer Gegenstände den Rücken entlastet. „Sehr praktisch in vielen Berufen – und erfunden durch Menschen mit MINT-Kenntnissen“, stellt er fest.
Brüning ist Geschäftsführer bei der IdeenExpo. Jener immer größer gewordenen Messe in Hannover, die bei Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik wecken will – eben die „MINT“-Fächer, die aus Sicht vieler Firmen für die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Deutschland so wichtig, aber nicht populär genug sind. Die IdeenExpo steigt vom 8. bis 16. Juni, und Brüning reist seit Monaten mit seiner Mini-Messe bundesweit von Schule zu Schule, um für die Großveranstaltung zu werben. Jetzt war er mit seinem Team vor der RBG zu Gast.
Fünf Firmen dabei
Doch Hildesheim ist nicht irgendeine Station für die IdeenExpo-Macher – nicht nur, weil die Stadt mit Blick auf das Messegelände fast vor der Haustür liegt. Sondern auch, weil Firmen und Institutionen aus Stadt und Landkreis für die Messe etwas auf die Beine stellen, was in deren Geschichte wohl einmalig ist: einen regionalen Gemeinschaftsstand.
„Hildesheimer Ideenwald“ soll der heißen, verrät Mitinitiatorin Anuschka Weiser vom Alfelder Automobil-Zulieferer Innotape schon mal. Es werde dort sowohl gemeinsame als auch individuelle Präsentationen geben, Details verrate sie aber noch nicht. Mit im Boot sind neben Innotape jedenfalls die Unternehmen KSM Castings, Helo Sport, Harzwasserwerke und Kühn Sicherheit, der Verband Unternehmer Hildesheim, die Realschule Himmelsthür und die Notebook-Initiative „Hey Alter“.
Auch Hochschulen mit Angeboten
„Ein großartiges Projekt“, lobt Martin Brüning. Das Vorhaben biete nämlich sowohl für Schülerinnen und Schüler aus der Region als auch für die beteiligten Unternehmen erhebliche Vorteile. Der vielleicht größte: Schülerinnen und Schüler aus der Region – erfahrungsgemäß fahren viele Gruppen aus Stadt und Kreis zur IdeenExpo – können an einer zentralen Stelle erfahren, welche Betriebe mit welchen Berufen und Möglichkeiten es in ihrer Region gibt. „Mal ehrlich – ein Schüler kann 13 Jahre lang mit dem Bus an der gleichen Firma vorbeifahren, ohne zu wissen, was die eigentlich macht“, ist Brüning sicher. Die beteiligten Betriebe wiederum könnten das immerhin neuntägige Programm besser wuppen. „Für große Konzerne ist das kein Problem, für eine Firma mit 200 Mitarbeitern ist das schon schwierig“, sagt Brüning.
Der „Hildesheimer Ideenwald“ ist indes nicht der einzige Stand aus der Region auf der IdeenExpo. Vor allem die Hochschule HAWK ist mit zahlreichen Angeboten vertreten, von der Wärmepumpe bis zum Rennwagen, von der Experimentierkiste bis zum virtuellen Rundgang gibt es eine breite Palette. Aber auch die Universität Hildesheim und das Schulbiologiezentrum präsentieren sich. Die Schaub wird immer größer: Die Zahl der Aussteller stieg gegenüber der vorherigen Messe von 290 auf 320, es werden wieder mehr als 400.000 Besucher erwartet.
