„Größtes Sortiment Deutschlands“

Warum Real in seinem Prospekt für den Verkauf von Feuerwerk wirbt

Hildesheim - Feuerwerks-Verkauf vom 29. bis 31. Dezember? Der Prospekt der Supermarkt-Kette Real hat einige Irritationen ausgelöst. Die Erklärung ist relativ einfach.

Im neuen Real-Prospekt wird auch für den Hildesheimer Markt Feuerwerk beworben. Verkauft wird es aber nicht. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Hildesheim - Das hat bei vielen Menschen in Stadt und Landkreis Hildesheim für Verwirrung gesorgt: Auf vier Seiten wirbt die Supermarkt-Kette Real in ihrem neuen Angebots-Prospekt für Silvester-Raketen, Böller und Co. Am heutigen Dienstag soll der Verkauf demnach starten und drei Tage dauern, wie aus den Vorjahren gewohnt. Stolz bewirbt Real sogar „das größte Feuerwerks-Sortiment Deutschlands“ – auch für seine Filiale am Cheruskerring in Hildesheim.

Das Problem mit „Maxi-Vesuv“, „Magic Countdown“ und den anderen Knallereien: Der Verkauf von Feuerwerk der Kategorie 2 ist in diesem Jahr verboten. Das ist Teil der Strategie, im Zuge der Corona-Pandemie größere Menschen-Ansammlungen in der Neujahrsnacht zu vermeiden.

Prospekt zu früh fertig

Nachdem das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ein grundsätzliches Feuerwerks-Verbot für Niedersachsen gekippt hatte, blieben lediglich lokale Beschränkungen sowie ein Verkaufsverbot. Theoretisch können zum Jahreswechsel also nur Restbestände aus dem Vorjahr aufgebraucht werden.

Warum also wirbt Real mit Feuerwerk? Markus Jablonski, Pressesprecher aus der Düsseldorfer Zentrale, beschwichtigt: Selbstverständlich werde es keinen Feuerwerks-Verkauf bei Real geben. Der Prospekt sei schlichtweg schon fertig gewesen, als der Verkauf untersagt wurde.

So reagierte Aldi

Der 56 Seiten umfassende Prospekt sei bereits am 9. Dezember gedruckt worden – dass dies rund drei Wochen vor der Verteilung geschehe, sei üblich. Das bundesweite Verbot sei aber erst am 13. Dezember erlassen worden. „Daher ließ es sich in diesem Fall leider nicht vermeiden, dass in unserem gedruckten wöchentlichen Werbeprospekt noch für Feuerwerk geworben wird“, so Jablonski.

Die digitalen Prospekte seien aber korrigiert worden. In Geschäften wie am Cheruskerring weist das Unternehmen zudem noch einmal mit Plakaten darauf hin, dass kein Feuerwerk verkauft werde,

Auch andere Ketten wurden vom Verbot überrumpelt. Aldi schaffte es immerhin noch, eine rote Banderole über die Feuerwerks-Seiten im aktuellen Werbeprospekt zu drucken.

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