Hildesheim - Wenn meine liebe Schwiegermutter früher den Claus Kleber im „heute journal“ sah, seufzte sie meistens leise, aber verzückt. Manchmal sagte sie auch: „Ach, der hat schöne Haare.“ Und sah dann zu ihrem Mann hinüber. Dessen Haare zwar da waren, aber eben nicht so dicht, wie die vom Herrn Kleber. Das gleiche Bild bei ihrem Sohn, meinem Mann. Nun, es kann nicht jeder oder jede so schöne Haare haben, wie Claus Kleber oder Gil Ofarim. Bei vielen Menschen ist auf dem Kopf weit weniger los, als darin.
Er hat die Haare schön
Und während es kaum jemanden interessiert, dass Daniela Katzenberger ihrer Mähne nachhilft, wird es bei Männern zum Thema. Vor allem im themenarmen Sommer.
Läuft er jetzt anders?
Und so war jetzt zu lesen: „Mario Götzes erstes Training nach seiner Haartransplantation“. Ich las das und fragte mich erst: Läuft der jetzt anders? Und dann, warum die Haar-OP eine Meldung wert ist. Ich kenne einige Männer, die darunter leiden, dass ihre einstige Haarpracht sich nach und nach verabschiedet. Das ginge uns Frauen doch auch so. Warum sollten Männer da anders ticken? Da achten wir hierzulande so krampfhaft auf Gleichberechtigung, gendergerechte Sprache und das Vermeiden von Altersdiskriminierung. Und dann – hoppala – gibt es solche Meldungen. Lieber Mario Götze, möchte ich da rufen: Sie befinden sich mit Elton John, David Beckham, John Travolta und Jürgen Klopp in bester Gesellschaft. Kleiner Promi-Tipp: Keine Eingriffe vor der Sommerpause!
