Hildesheim - Den 11. Juni hat sich Jean-Marc Hakemeyer ganz dick im Kalender angestrichen. Dann nämlich soll das letzte Baugerüst an der Kupferschmiede abmontiert werden. Und die Sanierung der Fassade des historischen Bauwerks ist abgeschlossen. „Auf der Südseite musste besonders viel am Holz gemacht werden, wegen der besonders starken Sonneneinstrahlung“, sagt Hakemeyer.
Im Jahr 2007 hatte er den Betrieb der Kupferschmiede übernommen, seit 2011 gehört ihm die Immobilie oberhalb des Wildgatters am Steinberg. Seit Monaten lässt er Gebäude und Außenanlagen aufwendig sanieren, investiert rund 1,4 Millionen Euro. Von den Aktivitäten sollen nicht nur Restaurant-Besucher profitieren, sondern auch Wildgatter-Besucher. Trotz massiver Umsatzeinbußen durch die Corona-Krise hält Hakemeyer an allen Investitionen fest – nur der Zeitplan lässt sich nicht in allen Fällen einhalten.
Toiletten für Wildgatter-Fans
Wer auf der Terrasse vor dem Restaurant sitzt, sieht Veränderungen, wohin er auch schaut – selbst, wenn er nach unten blickt. Die Fläche ist neu gepflastert. An der Hauswand erledigen Maler die letzten Streicharbeiten, rund um die Terrasse legen die Gartenbauer Beete an, gestalten neue Wege mit Treppen und Rampen sowie und Mauern, pflanzen Sträucher.
Auf der Südseite ist der Festsaal inzwischen auf Vordermann gebracht –mit seinen neuen, bodentiefen Fenstern wirkt er wie eine Galerie. Daneben hat Hakemeyer Toiletten für Wildgatter-Besucher einrichten lassen. Offiziell eingeweiht sind die noch nicht, bei Bedarf können sie aber jetzt schon geöffnet werden. Hakemeyer ist zwischenzeitlich von der Idee abgekommen, eine feste Gebühr dafür zu verlangen. „Wir machen das zusammen mit dem Förderverein des Wildgatters eher auf freiwilliger Basis als Spenden für die Tiere“, kündigt er an. Der Großteil der Einnahmen gehe an den Verein, er wolle nur seine Wasser- und Putzkosten decken.
Pavillon mit Streetfood
Direkt gegenüber vom Wildgatter-Spielplatz soll noch ein Pavillon entstehen, wo Kupferschmiede-Mitarbeiter Getränke und Snacks „auf die Faust“ anbieten sollen. „Streetfood“, sagt Hakemeyer dazu. Das Angebot soll alle paar Monate wechseln. Zumindest in den Ferien soll der Pavillon täglich öffnen. „Wir wollen dann mal sehen, wie es angenommen wird“, sagt Hakemeyer.
Sein Lokal wird derzeit wieder viel angesteuert, vor allem auf der Terrasse sind gerade bei dem meist guten Wetter dieser Tage viele Plätze besetzt. „Trotzdem ist es im Prinzip ein verlorenes Jahr“, sagt Hakemeyer. „Wir hatten jedes Wochenende zwei Familienfeiern gebucht, die sind alle ausgefallen.“ Zwar wollten viele Familien in den Herbst ausweichen, hätten teilweise sogar Donnerstage akzeptiert, wenn alles andere ausgebucht war – doch ob diese Feste wirklich noch in diesem Jahr stattfinden können, sei unklar.
Kleines Fest im Oktober geplant
Die geplante große 120-Jahr-Feier für die Kupferschmiede hat Hakemeyer bereits abgeblasen. Die offizielle Einweihung seiner Neubauten mit Oberbürgermeister Ingo Meyer soll aber stattfinden – neuer Termin ist der 17. Oktober.
Seine Investitionen habe er trotz Corona durchgezogen, betont Hakemeyer. Er habe in den Vorjahren Rücklagen bilden können. „Außerdem gehört mir das Gebäude – und die Möglichkeit, für die Mitarbeiter Kurzarbeit anzumelden, hat mir sehr geholfen.“ Mit der Kurzarbeit ist es längst nicht wieder vorbei. „Die Auslastung ist natürlich noch nicht wieder wie vorher. Ich bemühe mich aber, dass jeder wieder auf Arbeitsstunden kommt.“
