Stadt hält sich noch bedeckt

Wasserkamp: Archäologie kein Hindernis für Bebauung?

Hildesheim - Der Abschlussbericht steht zwar noch aus – doch an Hinterlassenschaft der Hildesheimer Vergangenheit dürfte ein Baugebiet auf dem Wasserkamp wohl kaum scheitern.

Stadt-Archäologe Christoph Salzmann und Stadt-Planerin Sarah Henk begutachten eine der Ausgrabungsflächen bei Itzum. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Archäologie galt als ein Stolperstein für ein Baugebiet auf dem Wasserkamp. Nun sind auch auf dem zweiten Abschnitt die Stichproben abgeschlossen. Zwar liegt die Auswertung der Grabungsfirma noch nicht vor, die Stadt erwartet sie Ende Oktober – weshalb sie auch noch keine Kosten für die weiteren Archäologeneinsätze nennen kann, die sich aus den bisherigen Erkenntnissen ergeben. Doch klar scheint: Die Entdeckungen klingen nicht von Außen wirklich spektakulär, der Aufwand für die ausstehenden Grabungen ist überschaubar. Das heißt: An ihnen dürfte eine Bebauung kaum scheitern.

„Es müsste schon Troja sein“

Wobei das Rathaus die Latte ohnehin hoch gelegt hatte: Dafür müsste schon eine Art von Troja gefunden werden, war vorab zu hören. Dergleichen steckte nicht im Boden des Wasserkamps. Und auch das im Mittelalter untergegangene Dorf Harlessem tauchte bisher nicht auf.

Fündig wurden die Archäologen bei ihren Voruntersuchungen auf dem 30 Hektar großen Gelände gleichwohl. So entdeckten sie weitere Hinterlassenschaften jener etwa 2000 Jahre alten Siedlung, deren Spuren bereits beim ersten Grabungsabschnitt am Südfriedhof ausgemacht worden waren – ganz wie es Stadt-Archäologe Christoph Salzmann erwartet hatte. Der freut sich außerdem über eine Grabenanlage aus der Jungsteinzeit, die immerhin 5500 Jahre zurückliegt. Mit Funden aus dieser Zeit hatte Salzmann allerdings aufgrund früherer Erkenntnisse ebenfalls gerechnet. Dazu kommt ein Brunnen aus dem 13. Jahrhundert – gut erhalten, aber nach Einordnung der Stadt ebenfalls nichts Außergewöhnliches.

Anfang November Thema im Stadtentwicklungsausschuss

So dürften sich die Archäologie-Ausgaben für jene Flächen, die bei den Voruntersuchungen bislang außen vor geblieben sind, in Grenzen halten. Am Südfriedhof geht die Stadt von 250 000 Euro aus, auf dem fünfmal größeren Wasserkamp-Gelände wird die Zahl wohl über einer Million Euro liegen – wobei die Stadt diese Kosten auf die Grundstückspreise umlegen darf. Zudem könnte die Kommune die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen auch nutzen, um bestimmte Bereiche von einer Bebauung auszunehmen, um sich weitere Grabungen und deren Kosten zu ersparen.

Ob das so ist, wird sich am 6. November zeigen: Dann will die Verwaltung in einer gemeinsamen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses und der Ortsräte Itzum/Marienburg und Marienburger Höhe/Galgenberg vorschlagen, einen Bebauungsplan aufzustellen.

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