Hildesheim - Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat eine Hochwasservorwarnung ausgesprochen: Wegen des aufziehenden Sturmtiefs Zoltan könnte es in den kommenden Tagen zu Hochwasser im Einzugsgebiet von Leine und Innerste kommen.
Ab Mittwochabend sei demnach mit ergiebigen Niederschlägen zu rechnen, flächendeckend werden in Niedersachsen 20 bis 30 Millimeter Niederschlag erwartet, auch in den nächsten Tagen soll es weiter regnen. Kommt es dazu, werden die Pegel im Oberlauf der Leine und an der Innerste am Donnerstag die Meldestufe 1 überschreiten, teilt die Aufsichtsbehörde am Mittwochmittag mit. Bei dieser Stufe spricht er von „bordvollem Abfluss“, das bedeutet, dass der Fluss bis zur Kante gefüllt ist und vereinzelt Wasser über die Ufer treten kann. Teilweise könne auch die Meldestufe 2 überschritten werden: Dabei werden hauptsächlich land- und forstwirtschaftliche Flächen überschwemmt. Erst ab Stufe 3 sind Überschwemmungen größerer Flächen und einzelner Grundstücke, Straßen und Keller möglich.
Da für das Wochenende weitere Niederschläge vorhergesagt sind, müsse man nach aktuellem Stand mit einer Verschärfung der Hochwasserlage rechnen, so der NLWKN.
Talsperren „besonders hoch gefüllt“
Unterdessen bereiten sich auch die Harzwasserwerke auf mit den Niederschlägen einhergehende hohe Zuflüsse an den Talsperren vor. „Die Talsperren sind in diesem Jahr überdurchschnittlich gefüllt. Damit trotzdem ausreichend freier Stauraum für ein mögliches Hochwasser an Weihnachten bleibt, entlasten wir die Talsperren schon vorab und lassen mehr Wasser als üblich ab“, erklärt Lars Schmidt, der kaufmännische Geschäftsführer der Harzwasserwerke.
In Absprache mit dem NLWKN steuert das Hildesheimer Unternehmen die Talsperren. Zum Beispiel wurde die Wasserabgabe an die Okertalsperre frühzeitig erhöht, um zusätzlichen Stauraum für die erwarteten hohen Zuflüsse zu schaffen. Die Innerstetalsperre ist derzeit zu 72,4 Prozent gefüllt – das ist noch relativ harmlos, da die Talsperre jedoch vergleichsweise klein ist, füllt sie sich auch schneller. Die Sösetalsperre, aus der das Trinkwasser kommt, ist zu 79,3 Prozent gefüllt, die Granetalsperre zu 93,8 Prozent. Hier wird manchmal Wasser aus der Innerstetalsperre hineingepumpt. Auch über die Feiertage behalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Harzwasserwerke die Lage im Blick, es gibt einen Hochwasser-Bereitschaftsdienst.
