Burgstemmen/Kreis Hildesheim - An vielen Orten im Landkreis Hildesheim beginnt in diesen Tagen der Verkauf noch Weihnachtsbäumen. Besonders beliebt sind seit jeher die Tannen und Fichten einheimischer Anbauer. Zum Beispiel von Familie Deutschle in Burgstemmen, wo in diesem Jahr erstmals die dritte Generation mit Claudia und Frank Deutschle die Verantwortung übernommen hat. Bis zum Vorjahr hatte Erwin Deutschle, Sohn des Gründers Hugo Deutschle, das Sagen. Auf der Plantage war am Samstag der erste Verkaufstag.
Fast alles wird teurer – Weihnachtsbäume auch?
Eher nicht. „Wir haben die Preise nicht angehoben“, sagt Claudia Deutschle. Zwar seien zum Beispiel Dünger oder Spritzmittel teurer geworden, dennoch habe man sich bewusst gegen eine Preiserhöhung entschieden. Dass ihre Preise stabil bleiben, betont zum Beispiel auch Almut Machens von der Tannenbaum-Plantage Harsum.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Weihnachtsbaum-Kauf?
Möglichst früh, um die beste Auswahl zu haben? Oder eher später, damit der Baum länger durchhält? Die Sorge müsse man zumindest bei einheimischen Anbietern, insbesondere mit eigenen Plantagen, nicht haben, findet Claudia Deutschle: „Die Bäume werden immer wieder frisch gesägt.“ Ein anderer Faktor spiele hingegen eine größere Rolle. An den Wochenenden, vor allem am nächsten Wochenende, sei immer besonders viel los, herrsche Gedränge bei der Anfahrt oder auf dem Gelände. „Wer das vermeiden will, kommt am besten in der Woche, da ist es ruhiger.“
Welche Art Baum ist für wen am besten geeignet?
Der bei weitem beliebteste Weihnachtsbaum ist die Nordmanntanne. Sie nadelt wenig „und piekst beim Schmücken auch nicht“, sagt Claudia Deutschle. „Allerdings duftet sie auch nicht so stark.“ Die Blaufichte hingegen verbreitet vom Geruch her mehr Wald-Atmosphäre, ist allerdings auch pieksiger. Beliebter werden zudem vermeintliche Exoten wie die Korktanne, hat sie beobachtet.
Wie alt ist eine zimmerhohe Nordmanntanne ungefähr?
Acht bis zehn Jahre lang ist sie in etwa gewachsen, bevor sie als Weihnachtsbaum verkauft wird.
Hat es den Tannen und Fichten gutgetan, dass es in diesem Jahr mehr geregnet hat?
Ja, vor allem den frisch angepflanzten. Gerade in Trockenjahren sind bei den kleinen Bäumen die Verluste sehr hoch. Bei den größeren Bäumen kann viel Regen aber auch dazu führen, dass sie schneller in die Höhe schießen, als es für einen klassischen Weihnachtsbaum ideal ist. Dann kappen Beschäftigte der Plantagen-Betreiber die Spitzen – was man am Stamm auch erkennen kann „Überhaupt hat man über das Jahr weit mehr Arbeit mit den Bäumen, als viele Kundinnen und Kunden vermuten“, sagt Claudia Deutschle.
Kann man seinen Tannenbaum auch selbst schlagen?
Ja, bei Deutschle und auch bei den meisten anderen lokalen Anbietern im Landkreis Hildesheim ist das möglich. Es wird auch immer beliebter, berichtet Claudia Deutschle – rund 20 Prozent der Kundinnen und Kunden wählten inzwischen die Variante. „Das sind meist Familien mit Kindern, die machen da ein richtiges kleines Event draus.“
Bereitet die geplante Umgehungsstraße der Tannenbaum-Firma Sorgen?
Wer zur Deutschle-Plantage in Burgstemmen fährt, passiert ein Hinweisschild, dass an dieser Stelle die Südvariante verlaufen solle – direkt an einem Tannenbaum-Feld. „Insofern würde uns das schon betreffen“, sagt Claudia Deutschle, die aber hofft, dass diese Variante nicht kommt: „Höhenunterschiede überwinden, ein Naturschutzgebiet und ein Naherholungsgebiet durchschneiden, nur damit Lastwagenfahrer fünf Kilometer weniger fahren müssen? Das finde ich nicht sinnvoll!“, schimpft sie.
Welcher langjährige Tannenbaum-Anbieter im Kreis Hildesheim hat aufgehört?
„Stoltes schönste Weihnachtsbäume“ sind seit Jahrzehnten in der Adventszeit ein bekanntes Bild auf Supermarkt-Parkplätzen und anderen Flächen in Stadt und Landkreis. Das soll auch so bleiben, und tatsächlich werden sie in diesen Tagen wieder überall angeboten – doch von einem neuen Betreiber.
Heinz-Dieter-Stolte, der wohl größte Christbaum-Händler Hildesheims, hat sich aus Altersgründen aus dem Geschäft zurückgezogen. Claudia und Frank Deutschle haben seinen Betrieb zusätzlich zu ihrem eigenen Weihnachtsbaum-Unternehmen übernommen. „Der bekannte Name bleibt aber erhalten – nur die Betreiber sind eben andere“, erklärt Claudia Deutschle.
Und wohin mit dem Tannenbaum nach dem Fest?
In fast allen Städten und Gemeinden holen die Jugendfeuerwehren oder andere Vereine und Verbände die Tannen gegen eine kleine Spende Anfang Januar ab. Die genauen Daten für die einzelnen Kommunen werden rechtzeitig veröffentlicht.




