Firmenfeier mal anders

Weihnachtsfeier to go: Firmen verteilen blinkende, duftende Pakete aus Hildesheim

Hildesheim - Wenn die Firmenmitarbeiter nicht zur Weihnachtsfeier kommen können, muss die Weihnachtsfeier eben zu ihnen kommen – das dachte sich Event Werft-Chef Matthias Mehler. Und unterstützt damit auch regionale Händler.

1000 Pakete mit regionalen Köstlichkeiten packen die Mitarbeiter der Event Werft derzeit –alle für Hildesheimer Firmen. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Eine Weihnachtsfeier unter Corona-Bedingungen – wie soll das gehen?

Mit einer stabilen Internet-Verbindung und einem Paket voller regionaler Köstlichkeiten zum Beispiel: „Weihnachtsfeier to go“ heißt das Konzept, das in der Hildesheimer Eventwerft von Marielena Frühwacht und Matthias Mehler konzipiert wurde. Sie packen im Auftrag mehrerer Hildesheimer Firmen mit einem achtköpfigen Team mehr als 1000 Pakete, die diese Firmen dann entweder selbst abholen und an ihre Mitarbeiter verteilen oder die per DHL an Angestellte im Homeoffice verschickt werden.

Alles regional – bis auf den Glühwein

Wichtig ist, was drin ist: „Und waren Produkte aus der Region wichtig“, sagt Frühwacht, „wir wollen ja gleichzeitig unsere Händler und Produzenten vor Ort unterstützen.“ Und so findet sich Kaffee aus dem kleinen Röstwerk neben Himbeeressig und Honig aus Manufakturen – eine Flasche Glühwein ist selbstverständlich auch dabei. „Der Glühwein ist das einzige Produkt, das wir hier in der Nähe nicht gefunden haben. Aber ohne geht es ja nicht.“

Das Beste aber sei, so Mehler, die Lichterkette, die sich durch die Gaben und die schützende Holzwolle schlängelt und deren Schalter ganz obenauf liegt: „Extra. Den soll man ja als erstes anmachen, dann hat man nämlich gleich die passende Weihnachtsstimmung beim Auspacken.“ Der letzte und entscheidende Schritt bei „Weihnachten to go“: sich nun mit einem heißen Glühwein vor dem Rechner mit den Kollegen zusammenfinden und das Arbeitsjahr 2020 ausklingen lassen.

Veranstaltungstechniker, die Pakete packen

Soweit der unterhaltende Teil der Idee „Weihnachten to go“. Einen ernsten Hintergrund hat das Projekt allerdings auch. Denn es geht kein Arbeitsjahr wie jedes andere zu Ende. Allein 3,3 Millionen Menschen waren bundesweit in Kurzarbeit, andere wiederum häuften Überstunden auf und machten Doppelschichten, um allen Anforderungen gerecht zu werden.

So ist das Päckchenpacken in der Event Werft für das Team, das größtenteils aus Veranstaltungstechnikern besteht, auch eine willkommene Arbeitsmaßnahme: „Veranstaltungstechniker haben in diesem Jahr nicht viel zu tun gehabt, aber so müssen meine Mitarbeiter nicht zu Hause bleiben, sondern sind anderweitig beschäftigt“, sagt Mehler.

Zu viel zu tun, um ans Feiern zu denken

Mitarbeitern etwas zurückgeben und dabei lokale Händler und Gastronomen unterstützen – den Gedanken hatte auch die Diakoniestation Hildesheimer Land. Sie gibt zu Weihnachten Gutscheine an Mitarbeiter und Pflegekräfte aus, mit denen sie an den Standorten in Bockenem, Hoheneggelsen oder Holle essen gehen können – sobald die Restaurants wieder geöffnet sind.

Und dann gibt es noch die, die ganz auf die Feier verzichten und einfach auf ein besseres Jahr 2021 hoffen: Das Kollektiv der Buchhandlung Ameis etwa, das sonst vor Weihnachten zusammen essen ging, wie Buchhändler Björn Taranczewski sagt: „Wir hatten so viel zu tun, über Alternativen haben wir noch gar nicht nachgedacht.“

Selbstgemacht und streng geheim

Die Mitarbeiter welcher Hildesheimer Firmen sich ab der kommenden Woche über einen Weihnachtsgruß to go freuen dürfen, das verraten Frühwacht und Mehler noch nicht. Auch, was der Chef selbst für seine Mitarbeiter plant, ist noch geheim. „Selbst“ ist allerdings ein gutes Stichwort, so viel verrät Mehler: „Am Wochenende werde ich mit meiner Tochter an selbstgemachten Geschenken arbeiten.“

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