Heiligabend

Weihnachtslieder und Predigt in Hildesheim unter freiem Himmel

Hildesheim - Die Christusgemeinde und der Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt organisieren einen Freiluftgottesdienst auf dem Hildesheimer Volksfestplatz.

An Heiligabend wird auf dem Volksfestplatz eine Open-Air-Christvesper gefeiert. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Für viele Christen gehört sie dazu, die frohe Botschaft des Weihnachtsfestes. Gemeinsam geht es an Heiligabend in die Kirche, die dann meist so voll ist wie an keinem anderen Tag im Jahr. Nun muss dort in der Corona-Pandemie auch noch Abstand gehalten werden. Das heißt, weniger Platz für Gottesdienstbesucher. Damit aber jeder, der möchte, an Heiligabend einen Gottesdienst erleben kann, gibt es zum Beispiel eine Open-Air-Christvesper auf dem Volksfestplatz.

„Weil wir im vergangenen Jahr ein ähnliches Angebot machen konnten, hat uns der Superintendent Mirko Peisert gebeten, etwas Ähnliches in diesem Jahr für die Stadt anzubieten“, berichtet Dr. Ulf Zastrow, Pastor der Christusgemeinde. Gemeinsam mit dem Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt stellt die Christusgemeinde eine Christvesper mit Krippenspiel, Posaunenmusik, Weihnachtsliedern und Kerzenschein auf die Beine. Das Motto lautet „Weihnachten mit allen“.

Gut vorbereitet

Die Aktion ist beim Gesundheitsamt und bei der Polizei angemeldet, ein Hygienekonzept liegt vor. Sämtliche Auflagen werden erfüllt, so die Veranstalter. „Sollten die Vorschriften sich ändern, werden wir alles anpassen und könnten sogar bei einem Lockdown die Christvesper gegebenenfalls als Autogottesdienst anbieten“, erklärt Zastrow. Der Festplatz sei so weitläufig, dass jeder Gast dort einen Platz finden kann. Die Menschen könnten mit ihren Bezugsgruppen zusammen stehen und dabei dennoch den Abstand zum Nächsten halten.

Keine Konkurrenz

„Mit dieser Christvesper wollen wir keine Konkurrenz zu den Heilig-Abend-Gottesdiensten der einzelnen Gemeinden sein, aber unter den pandemischen Bedingungen werden in allen Kirchen nur begrenzt Plätze sein“, erklärt Zastrow.

Wie alle Gottesdienste kann auch die Christvesper auf dem Volksfestplatz ohne Impf- oder Testnachweise stattfinden, Voraussetzung ist die Wahrung der Abstände und das Tragen der Maske. An den Eingängen zum Platz erfolgt die notwendige Dokumentation der Anwesenheit per Luca-App oder im Erfassungsbogen. „Die Mitwirkenden sind alle mindestens zweimal geimpft und werden tagesaktuell getestet“, erklärt Zastrow.

Krippenspiel und Weihnachtslieder

Es soll ein Krippenspiel geben, der Posaunenchor spielt, es singen ein Chorquartett und drei junge Sänger und Sängerinnen moderne Weihnachtslieder. „Unser Superintendent wird mitwirken, und ich werde die Predigt halten“, berichtet Zastrow. Die Organisatoren bitten darum, dass alle Besucher ihre Masken und eine Kerze mitbringen. Am Ende des Gottesdienstes sollen die Kerzen angezündet werden.

Wer nicht auf den Platz kommen kann oder mag, kann die Christvesper zeitgleich auf YouTube zu Hause am Computer mitfeiern. Ein Link dazu wird Heiligabend auf der Internetseite der Christuskirche stehen.

Weihnachten in den Gemeinden

Wie der Sprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, Benjamin Simon-Hinkelmann erklärt, wird den Gemeinden empfohlen, an Weihnachten die 3- oder 2-G-Regelung anzuwenden. Jede Kirchengemeinde könne darüber selbst entscheiden. Das sei in Kirchen – und auch Moscheen und Synagogen – bereits eingespielte Corona-Praxis. Doch was das real bedeutet, wird am Beispiel des Hildesheimer Domes deutlich. Dort können an besonderen Festtagen wie Weihnachten über 800 Menschen sitzend und stehend an Gottesdiensten teilnehmen. Zu Corona-Zeiten sind es nun maximal 80.

Wie es genau an Weihnachten aussehen wird, vermag aufgrund der sich fast wöchentlich ändernden Gesamtlage kaum jemand vorherzusagen. In dieser Woche wird in Niedersachsen zudem eine novellierte Corona-Verordnung erwartet. Die Kirchen hoffen, dass diese sich auch über die Weihnachtstage erstreckt. Bei 3G haben nur vollständig Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt.

Bei 2G wären es nur Geimpfte und Genesene. In diesem Fall würde der Personenkreis der Nicht-Geimpften ausgeschlossen. Volker Bauerfeld, Sprecher des Hildesheimer Bistums, verweist in dem Zusammenhang und mit Blick auf Artikel 4 des Grundgesetzes auf die Bedeutung des Grundrechtes auf Religionsausübung, das gewahrt werden müsse. Die bisherigen Vorkehrungen wie Abstands- und Hygieneregeln und Vorgaben zur Kontaktnachverfolgung würden von Pfarrgemeinden und den Gottesdienstbesuchern mit hoher Disziplin eingehalten. Auch in Hildesheim werden in diesem Jahr wieder Gottesdienst und Messen live online zu verfolgen sein.

Die Christvesper auf dem Volksfestplatz beginnt am 24. Dezember um 16 Uhr.

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