Hildesheim - Im Mai ist es genau 50 Jahre her: 1974 hatte die Stadt den Hohnsensee eingeweiht, das Gewässer entstand damals durch den Kiesabbau in der Gegend. Doch ausgerechnet im Jubiläumsjahr gibt es schlechte Nachrichten in Sachen See: Weil das Land die Fördermittel gekürzt hat, mussten Rat und Verwaltung das Sanierungsprogramm für die Grünanlagen kürzen. Und so liegen auch die Pläne für den Hohnsensee erst einmal auf Eis.
13,5 Millionen Euro wollte sich die Stadt das gesamte Grün-Programm kosten lassen. Nun stehen dafür nur rund fünf Millionen Euro zur Verfügung. 1,4 Millionen Euro sind bereits in Kehrwiederwall und –grund geflossen; der Rest des Geldes reicht gerade noch für die laufenden Arbeiten am Dyes-Graben und im Ehrlicher-Park, auch die Maßnahmen am Langelinienwall ließen sich noch finanzieren.
Aber eben nicht mehr all das, was die Stadt am Hohnsensee vorhat: 3,5 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Zwar ist auch dort wie in den übrigen Grünanlagen ein großer Teil Geld für die Sanierung der Wege vorgesehen. Doch an dem See soll der Schwerpunkt vor allem auf der „Verbesserung der Aufenthaltsqualität“ liegen, wie Planungsamtschefin Sandra Brouër die Ideen der Verwaltung umschreibt. Die möchte zum Beispiel am Ostufer oberhalb des „Ahoi“ auf einem 100 Meter langen Streifen so genannte Sitzstufen anlegen – und davon gleich drei Reihen übereinander. „Da könnte man dann von mittags bis abends die Sonne genießen“, schwärmt die ansonsten eher stets nüchterne Brouër.
Sitzsteine, eine Uferterrasse – da kommt sogar die Chefin des Planungsamtes ins Schwärmen
Südlich des Ahoi, ebenfalls auf einer Länge von rund 100 Metern, kann sich das Planungsamt eine Uferterrasse vorstellen – also eine Fläche zum Verweilen, die direkt am See liegt. Dazu könnten auf der Südseite weitere Sitzgelegenheiten direkt am Wasser kommen. Man habe sich sehr ins Zeug gelegt, um den Menschen etwas zu bieten, berichtet Brouër. Weshalb es die Planungsamtschefin umso schmerzhafter findet, dass diese Überlegungen bis auf Weiteres dem Rotstift zum Opfer fallen. „Das tut schon weh!“
Gleichwohl hat Brouër die Hoffnung, die Ideen umsetzen zu können, nicht aufgegeben: Ob es dazu komme und wann, hänge aber davon ab, welchen Kurs das Land künftig bei den Städtebaufördermitteln fahre. Immerhin: Einen neuen Antrag braucht die Verwaltung nicht zu stellen, sie arbeitet auch weiter an den Plänen. „Denn wenn es Geld gibt, müssen wir schnell sein“, weiß Brouër. Ohne Zuschüsse werde aus der Hohnsenseeverschönerung allerdings nichts, ist sie sicher: „Das halte ich bei der Haushaltslage nicht für möglich.“
Springt der Verein „Hildesheim blüht auf“ in die Bresche?
Doch auch, wenn die Stadt ihr Konzept nun vorläufig nicht realisieren kann: Am Hohnsensee könnte dennoch etwas passieren. Denn der Verein „Hildesheim blüht auf“, der das Sanierungsprogramm für das Gewässer einst mit eigenen Entwürfen überhaupt erst angeschoben hatte, möchte sich dort engagieren – wann und auf welche Weise genau, wird voraussichtlich noch vor Ostern öffentlich.
