Neues Bauprojekt

100 neue Wohnungen in Hildesheim

Hildesheim - Die Lüder-Gruppe hat den nächsten Schritt auf dem Weg zum Bau der „Hohnsen-Höfe“ in der Neustadt eingeleitet – und plant unabhängig davon ein weiteres Studentenwohnheim.

Die Lüder-Gruppe möchte diese Häuser in der Renatastraße Links) und in der Straße Hohnsen (Mitte) abreißen und durch ein Ensemble aus mehreren Gebäuden samt Innenhof ersetzen –daher der Projektname „Hohnsen-Höfe“ . Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Bekommt die Ecke Hohnsen/Renatastraße ein völlig neues Gesicht? Die Lüder-Gruppe plant auf einer Fläche von mehreren tausend Quadratmetern unter dem Arbeitstitel „Hohnsen-Höfe“ ein Gebäude-Ensemble, das vor allem bis zu 100 Mietwohnungen beherbergen soll.

Dafür müssten allerdings die bestehenden Häuser abgerissen werden und deren Mieter ausziehen. Viele haben das bereits getan, drei Häuser stehen so gut wie leer. Nun kündigt Firmenchef Sebastian Lüder Gespräche mit den verbliebenen Bewohnern an. Mit sechs von ihnen sei bereits geredet worden, Termine mit den übrigen folgten im Januar. Lüder verspricht: „Wir wollen eine faire Lösung, machen keinen Druck.“

Es geht insgesamt um fünf Gebäude an der Ecke Renatastrae/Hohnsen

Konkret geht es um fünf Gebäude an der Kreuzung neben dem Kehrwiederwall. Die Mehrfamilienhäuser in der Renatastraße 1, 1b und 2 sind bereits weitestgehend verwaist, auch mit den letzten beiden Bewohnern sei man sich jetzt einig, berichtet Lüder. Dessen Unternehmen hatte den ursprünglich 25 Mietparteien Hilfe beim Finden einer neuen Wohnung und einen Umzugszuschuss angeboten – wie hoch genau der ausfiel, hing vom jeweiligen Verhandlungsgeschick ab.

Lüder will einvernehmliche Lösungen –keinen Rechtsstreit

Wie viel die Lüder-Gruppe sich das hat kosten lassen, verrät der Firmenchef nicht. Doch klar ist: Auch die Bewohner der Häuser Hohnsen 60 und 60a sollen in den Genuss dieser Unterstützung kommen. „Wir wollen eine einvernehmliche Lösung“, betont Lüder, sein Haus habe kein Interesse an Rechtsstreitigkeiten. Dass dies in der Renatastraße gelungen ist, freut den Unternehmer.

Der wünscht sich auch für die Hohnsen-Häuser einvernehmliche Lösungen. Dort hat die Debatte über die Zukunft der Immobilien bereits Wirkung gezeigt: Nach Angaben von Nachbarn sind schon vier der 16 Mieter ausgezogen – darunter mindestens eine ältere Frau, die die Ungewissheit nicht ertragen habe, heißt es.

Investitionsvolumen im zweistelligen Millionen-Bereich

Lüder versichert, die Sorgen der Mieter zu verstehen. Doch tatsächlich sei die Entscheidung zwischen Abriss oder Kernsanierung noch nicht gefallen. Denn das Vorhaben, dessen Volumen im zweistelligen Millionen-Bereich liegt, müsse sich rechnen. Und das hänge eben auch von den Übereinkünften mit den Mietern ab.

Von denen wollen einige nicht freiwillig weichen, ist aus den Hohnsen-Häusern zu hören – allerdings verbunden mit dem Hinweis, dass die Sache anders aussehen könnte, „wenn die Bedingungen passen“, wie eine Mieterin formuliert.

Lüder will am liebsten Neubauten

Auch Lüder hat ein klares Ziel: „Wir möchten neu bauen.“ Aus verschiedenen Gründen. So seien die Gebäude aus energetischer Sicht nicht zeitgemäß, „das ist eine Katastrophe“. Zudem biete sich bei einem Abriss die Gelegenheit, die Gegend städtebaulich weiterzuentwickeln – vor allem mit Blick auf die Studenten und den benachbarten HAWK-Campus.

So fehlten unter anderem moderne Wohnungen für diese Klientel in Hildesheim. Eine Lücke, die Lüder durch sogenannte Mikro-Appartements mit einer Größe von 20 bis 60 Quadratmetern schließen möchte. „Dazu gibt es auch von Hildesheimer Firmen immer wieder Anfragen bei uns.“ Zudem soll es in den „Hohnsen-Höfen“ eine Gastronomie, ein „Gesundheits-Angebot“ und einige Büros geben.

Voraussetzung ist der Abriss aller fünf Häuser – die Fläche müsse im Zusammenhang gesehen werden, sagt Lüder. Er geht angesichts der bevorstehenden Verhandlungen von einem Baubeginn frühestens Mitte 2021 aus. Doch selbst, wenn aus den Hohnsen-Höfen nichts wird und es zur Kernsanierung der Häuser kommt, sollten die Mieter diese während der dann fälligen Arbeiten besser räumen, meint Lüder. „Alles andere wäre den Menschen angesichts des Umfangs der Sanierung gar nicht zuzumuten.“

Stadt fragt: Würde Lüder die Hohnsen-Höfe behalten?

Stadtbaurätin Andrea Döring hatte sich im September nach einem ersten Gespräch mit der Lüder-Gruppe von deren Plänen angetan gezeigt, ein weiteres Treffen ist für Anfang 2020 geplant. Die Verwaltung möchte unter anderem wissen, ob das Unternehmen die Hohnsen-Höfe veräußern oder behalten will.

Neues Studentenwohnheim soll 2023 öffnen

Auf jeden Fall Letzteres, versichert Lüder. Wie er berichtet, habe sich seine Firma gerade dazu entschieden, das vor zwei Jahren in der Renatastraße gebaute Studentenwohnheim im Bestand zu lassen, also nicht zu verkaufen. Die 100 Wohnungen seien seit dem ersten Tag durchgängig belegt, es gebe eine Warteliste – weshalb Lüder einige Meter weiter auf einer Fläche zwischen der früheren Krankenhaus-Pathologie und dem Bildungscampus derzeit ein weiteres Studentenwohnheim mit 96 Appartements plant. Baustart soll 2021 ein, Einzug im Jahr 2023.

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