Alfeld - In Alfeld bleibt die Hochwasserlage auch am Dienstag weiterhin angespannt. Zwar sei die Nacht trotz aller Befürchtungen relativ ruhig geblieben, von einer Beruhigung der Situation könne jedoch bei weitem noch keine Rede sein, so Bürgermeister Bernd Beushausen. Vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) habe er die Information bekommen, dass die Abgabemenge des Polders Salzderhelden, das große Rückhaltebecken bei Einbeck, bis 14 Uhr in zwei Schritten von rund 200 Kubikmetern Wasser pro Sekunde auf dann 250 Kubikmeter Wasser pro Sekunde erhöht werde. Und in der Tat flossen um 13 Uhr 242 Kubikmeter Wasser aus Salzderhelden ab.
Die größere Menge Wasser kommt mit zeitlichem Abstand von einigen Stunden in der Region an und dürfte neben Alfeld auch den Bereich um Freden treffen. In Alfeld werde außerdem der Bereich Ziegelmasch genau kontrolliert, so Beushausen, da es dort bei einem deutlichen Anstieg der Leine kritisch werden könnte. Bedroht seien daneben auch das Unterdorf in Föhrste sowie Teile von Röllinghausen und Eimsen.
Bürger können sich Sandsäcke abholen
Aufgrund der Sperranlage entlang des Antoniangers sei der Parkplatz der Bäckerei Grube am Antoniplatz voraussichtlich noch bis Freitag gesperrt. Die Leinebrücke ist Beushausen zufolge wieder freigegeben. Neben der Sperrung des Antoniangers von der Kreuzung Walter-Gropius-Ring bis Bismarkstraße und der Verbindungsstraße Röllinghausen/Föhrste seien nur noch einzelne Straßen für das akute Einsatzgeschehen gesperrt.
„Insgesamt ziehen die Bürger und Bürgerinnen gut mit“, äußert sich Beushausen positiv angesichts der Eigeninitiative der Anwohner. Diese könnten sich auch weiterhin bei Bedarf die zur Verfügung gestellten Sandsäcke abholen. Der Abholpunkt befinde sich nun am Parkplatz der BBS Alfeld. Dieser sei hochwassersicher und auch von Langenholzen und Sack schneller erreichbar. Um auf eine Verschärfung der Lage an der Leine in Föhrste vorbereitet zu sein, seien ebenfalls weitere Sandsäcke an die Wilhelmstraße geliefert worden. Auch für den Bereich der Wispe stünden Sandsäcke zur Verfügung.
Beushausen Appell
Beushausen appelliert jedoch auch dringend, keinen „Hochwasser-Tourismus“ zu betreiben. Dadurch bringen sich Personen selbst in Gefahr und behindern die Einsatzkräfte. Trotz der angespannten Lage, bei der noch keine Entwarnung in Sicht sei, äußerte sich Beushausen positiv angesichts der erfolgreichen Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte und Privatpersonen und der getroffenen Vorkehrungsmaßnahmen: „Wir haben aus 2017 gelernt.“
Auch am Dienstag informiert die HAZ fortlaufend im Liveticker über das Hochwasser in der Region.
Von Thomas Jahns und Manuel Lauterborn
