Hoheneggelsen - Zwei Brände haben in Hoheneggelesen mehrere Menschen um ihre Zuhause gebracht. Wie berichtet, hat es in einem Fachwerkhaus in der Straße Im Wasserschlage am Montag und am Mittwoch gebrannt. Bereits nach dem Schornsteinbrand am Montag waren zwei der vier Wohnungen nicht mehr nutzbar. Beim erneuten Brand in der Nacht zu Mittwoch wurde das gesamte Haus zerstört – die verbliebenen Bewohner wurden ebenfalls obdachlos.
Kirchengemeinde sammelt Geldspenden
Die Kirchengemeinde hat nun eine Spendenaktion gestartet, die den Brandopfern helfen soll, die erste Zeit zu überstehen: Wer Geld spenden möchte, kann das übers Konto des evangelischen Kirchenverbands Hildesheim tun. Hierfür hat sich Pastor Tim Köppen von der Kirchenregion Söhlde eingesetzt. „Die Spenden werden zwischen den fünf betroffenen Erwachsenen zu gleichen Teilen aufgeteilt“, erklärt er. Die Aktion läuft bis zum 13. Februar.
Derweil startete die Freiwillige Feuerwehr Hoheneggelsen am Donnerstagvormittag eine über Facebook beworbene Aktion, um Sachspenden zu vermitteln – stellte dabei jedoch fest, dass Sachspenden nicht benötigt werden, wie Ortsbrandmeister Jan Funke am Abend mitteilt.
Betroffene haben wieder ein Dach über dem Kopf
Vorerst haben alle von den Bränden Betroffenen wieder ein Dach über dem Kopf. Unter anderem wohnte in dem Gebäude der Schwiegervater von Ortsbrandmeister Funke, dessen Frau Eigentümerin des abgebrannten Hauses ist. Er ist einstweilen bei Funkes untergekommen. Kurz vor dem Telefonat mit der Redaktion sei der Sachverständige der Versicherung dagewesen. Wie es diesbezüglich weitergeht, ob das Haus wieder aufgebaut werden kann, müsse sich noch klären. Die Brandursache lasse sich wohl nicht mehr herausfinden.
Ein Ehepaar, das ebenfalls durch die Brände wohnungslos geworden war, hat im Laufe des Donnerstags eine neue Bleibe gefunden. Ein weiterer Mieter, der zeitweise mit seinem kleinen Kind in einer der Wohnungen lebte, ist zunächst wieder bei seiner Ex-Frau untergekommen.
Spendenkampagne für Vater und Sohn
Jene Ex-Frau, Sandra Zuna, hat bereits am Mittwoch eine Spendenkampagne über die Online-Plattform „GoFundMe“ gestartet. Als Spendenziel sind dort 3500 Euro angegeben, bis 18 Uhr sind am Donnerstag insgesamt 2170 Euro zusammengekommen. „Der Vater meines Kindes, von dem ich getrennt lebe, mit dem ich aber weiterhin eine enge familiäre Bindung pflege, hat durch einen verheerenden Brand sein Zuhause verloren“, heißt es in der Beschreibung der Aktion.Das Feuer habe sämtliche Kleidung für Vater und Kind zerstört. Möbel, Hausrat und Erinnerungsstücke seien verloren. Sieben Jahre alt ist der Sohn, berichtet Zuna im Gespräch. Nur weil er in der Unglücksnacht bei ihr schlafen wollte, sei er nicht mit im Brandhaus gewesen.
Eine Spendenaktion zu starten, sei für sie selbstverständlich gewesen, sagt Zuna, die in Lehrte wohnt. Ausdrücklich engagiert sie sich damit nicht nur für ihren Sohn, sondern auch für den Ex-Mann: „Wir haben uns im Guten getrennt. Er ist ein Mensch, der sich sehr für andere engagiert. Da war es da Mindeste, das ich ihm jetzt zurückgeben kann.“ Dass sich innerhalb weniger Stunden so viele Menschen an der Spendenaktion beteiligt haben, findet sie „total berührend“.
