Bei Hempens unterm Sofa

Weniger Qual, mehr Hund – die Briten machen es vor

Hildesheim - In England gibt es eine Initiative, die darauf hinarbeitet, dass bestimmte Körpermerkmale bei Rassehunden nicht mehr gezüchtet werden dürfen. Dazu zählen auch Corgies, Queen Elisabeths Lieblingshunde.

In Großbritannien soll es bald keine Rassehunde mit extremen Merkmalen, wie super kurzen Beinen, mehr geben. Eine guter Plan. Hundeexpertin Andrea Hempen fordert sogar: Gebt mehr Mischlingen eine Chance! Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Eine überparteiliche parlamentarische Gruppe britischer Abgeordneter hat eine Initiative ergriffen, die weltweit Nachahmer finden sollte. Es geht darum, die Zucht von Hunden mit schweren körperlichen Einschränkungen zu verbieten. In zehn Jahren soll es so in Großbritannien keine Hunde mit platten Nasen, krummen Beinen, vielen Falten oder Überbissen mehr geben. Ein ganz schön gewagter Schritt im Vereinigten Königreich, denn zu den Hunden mit großen Einschränkungen zählen auch Corgies, die Lieblingsrasse von Königin Elisabeth Zwo. Nun waren die tierlieben Politiker immerhin so rücksichtsvoll, erst vier Jahre nach dem Ableben der Queen mit ihrer Initiative loszulegen.

Kurze Beine Fuchsgesicht

Für alle, die sich weder mit Hunden noch mit dem britischen Königshaus auskennen: Corgies sind Hunde mit sehr kurzen Beinen und Gesichtern, die an Füchse erinnern. Ja, und das britische Königshaus, ach, das lesen Sie, liebe Leser und Leserinnen, doch bitte selbst nach. Jedenfalls sind die Corgies sehr niedliche Hunde. Kernig sollen die auch sein, die Zwerge. Bei Bodenfrost allerdings sind sie ziemlich erkältungsgefährdet. Die Queen züchtete die Welsh Corgi Pembrokes bis ins hohe Alter. Auslöser für ihre große Liebe zu dieser Rasse soll Susan gewesen sein. Eine Corgi-Hündin, die sie zum 18. Geburtstag geschenkt bekam und die sie 14 Jahre lang begleitete.

Das Lager der Hundefreunde ist geteilt – mindestens. Da gibt es die, die bestimmte Rassen lieben, wegen des Aussehens, der Charaktereigenschaften und des Wesens. Es gibt die, denen es egal ist, ob Rasse oder nicht Rasse. Und diejenigen, die Überraschungstüten mögen und deshalb Mischlingen den Vorzug geben.

Schokobraun und zuckersüß

Bei uns in der Familie ist das zum Beispiel so. Nehmen wir nur Buddy: Der war so eine kleine Wundertüte. Schokobraun vom Kopf bis zu den Pfötchen und süß wie Schokolade. Unter seinen Vorfahren soll es einen Dackel und einen Dalmatiner gegeben haben. Wer weiß es schon? Er war ein heiß geliebter kleiner Clown bis ins hohe Alter. Und er wurde fast drei Jahre älter als Corgi Susan. Auch wenn er keinen Platz in den Geschichtsbüchern dieser Welt finden wird, in den Herzen seiner Leute bleibt er. Für immer. Also: Falls das britische Unterhaus eine unabhängige Expertin braucht – einfach anrufen!

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