Kreis Hildesheim - Die Zahl der registrierten Straftaten in Stadt und Landkreis ist im Jahr 2020 auf den tiefsten Stand seit 21 Jahren gesunken: Sie lag bei 15 869 und damit um 624 niedriger als 2019.
„Eine erfreuliche Entwicklung“ kommentiert Hildesheims scheidende Kripo-Chefin Birgit Thieme den Rückgang – sie wisse aber auch, dass der Rückgang nicht ausschließlich auf die „engagierte Arbeit aller Kolleginnen und Kollegen“ zurückzuführen sei, sondern zu einem großen Teil auch „fremdbestimmt“ sei.
Betrüger haben Senioren im Visier
Niedersachsenweit führen die Sicherheitsbehörden die geringere Anzahl der Delikte 2020 maßgeblich auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurück, so auch in Hildesheim. Knapp zusammengefasst gilt: Wo das öffentliche Leben heruntergefahren wird, viele Menschen häufiger zuhause sind und Läden, Bars und Diskos geschlossen bleiben, wird weniger eingebrochen, gestohlen und geprügelt.
Dass zugleich aber in einigen Bereichen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist, macht den Ermittlern Sorgen. So sind 2020 noch mehr ältere Bürger ins Visier von Betrügern geraten, die es ganz gezielt auf Senioren abgesehen haben.
Beute in Höhe von 570 000 Euro
In der Kategorie „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen“ listen die Ermittler die Fälle auf, in denen Betrüger es ganz speziell darauf anlegen, Senioren abzuzocken. Und trotz intensiver Präventionsarbeit der Polizei gelang es Kriminellen 2020 deutlich häufiger als im Jahr zuvor, tatsächliche Beute zu machen – und zwar in einer Höhe von insgesamt 570 000 Euro.
Im Jahr 2019 lag die Summe bei 370 000 Euro, 2018 waren es 370 000 Euro. Allein einer Bande rechnet die Polizei mehr als 30 Taten zu, bei denen die Verdächtigen den Opfern weismachten, sie würden es mit echten Polizisten zu tun haben, die sie vor Trickdieben warnen wollten – um dann das erschlichene Vertrauen zu missbrauchen, um an Geld und Wertsachen zu gelangen.
Masche: Oft als vermeintlicher Polizist
Die Masche brachte den Betrügern 193 000 Euro ein, ehe es den Ermittlern gelang, die Gruppe zu fassen. Immer öfter versuchen die Täter in der Region inzwischen, über die Rolle des vermeintlichen Polizisten an die Beute zu kommen: In 279 Fällen ging es 2020 um falsche Beamte, 2019 waren es 105, 2018 nur 30. Den altbekannten Enkeltrick wandten die Kriminellen drei Mal an, in den Jahren zuvor waren es 36 Fälle (2019) und 18 Fälle (2018).
Ebenfalls angestiegen: Die Betrügereien mit falschen Gewinnversprechen – 135 Taten gegenüber 35 und 12 in den beiden Vorjahren. Die Gesamtzahl der Taten, in denen ältere Menschen Opfer oder Opfer werden sollten, lag 2020 bei 1067, in 461 Fällen gelang es den Tätern, auch an Beute zu gelangen
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