Verwaltung will Fonds-Rest zum Sport umleiten

Wer hat noch nicht? Hildesheim hat noch Zuschüsse für Sozial-Investitionen übrig

Hildesheim - Da verteilt die Stadt Hildesheim Geld – und es finden sich einfach nicht genug Leute, die etwas davon abhaben wollen. So geschieht es derzeit beim Fonds für außerschulische Bildung und Soziales.

Der Stadtteilverein Gemeinwesenentwicklung Stadtfeld soll rund 11 000 Euro für die Ausstattung des neuen Quartierszentrums bekommen. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Da verteilt die Stadt Geld und es finden sich einfach nicht genug Leute, die etwas davon abhaben wollen. So geschieht es derzeit beim Fonds für außerschulische Bildung und Soziales.

Insgesamt 80 000 Euro hat der Fonds in diesem Jahr zur Verfügung. Allerdings haben sich nicht ausreichend Organisationen mit passenden Investitionen bei der Stadt um das Geld beworben. Sechs Förderanträge stehen laut einer Sitzungsvorlage für den Rat zur Genehmigung an, unter den Empfängern sind Radio Tonkuhle, die Jugendhilfeorganisation Cluster und die Gemeinwesenarbeit Stadtfeld. Diese und weitere Organisationen soll mit zusammen knapp 49 000 Euro unterstützt werden, sofern der Vorschlag der Verwaltung eine Mehrheit in der Politik findet – zwei weitere Anträge möchte das Rathaus nicht berücksichtigt sehen.

31 000 Euro bleiben übrig –was soll damit passieren?

Doch damit bleiben immer noch gut 31 000 Euro im Fonds übrig, für die es keine adäquaten Anträge gibt. Ein Grund: Die Stadt fördert damit Investitionen, etwa den Umbau eines Ladengeschäfts zu einem barrierefreien Sendestudio für Radio Tonkuhle oder einen LED-Scheinwerfersatz für das GO20-Zentrum in der Nordstadt in Trägerschaft des Timo e.V. Doch die meisten sozialen Einrichtungen sind weniger an Investitionszuschüssen interessiert, sondern mehr an Projektförderungen. Und da diese gemäß den Förderrichtlinien nicht unterstützt werden dürfen, bleiben auch die Anträge aus.

In seiner jüngsten Sitzung hat der Sozialausschuss jetzt die Vorlage ohne Aussprache zur Beratung in die Fraktionen verwiesen. Stephan Lenz, SPD-Fraktionsvorsitzender im Hildesheimer Rat, hofft nun, dass weitere soziale Einrichtungen einen Antrag stellen. Dafür soll die Verwaltung die Organisationen anschreiben und über das noch zur Verfügung stehende Geld informieren. „Wir klopfen jetzt ab, ob wirklich alle Institutionen einen Antrag gestellt haben, die in Frage kommen“, sagte Lenz am Mittwoch der HAZ. Er denkt dabei an die AIDS-Hilfe, Vincenz-Pforte oder Drogenhilfe. Einem Vorschlag der Verwaltung, das nicht gebrauchte Geld in den Sportfonds zu überführen, will die SPD nicht folgen: „Der Sport hat seinen eigenen Fonds.“

Unterstützung der CDU

Anders die CDU-Fraktion. Deren Chef Dennis Münter steht hinter dem Vorschlag der Verwaltung, die gut 31 000 Euro für Investitionen an Sportanlagen auszugeben. „Beim Sport liegen wichtige Anträge vor. Darum unterstützen wir den Vorschlag der Verwaltung“, sagt Münter, der auch Geschäftsführer des Kreissportbundes ist. Bei den Anträgen an den Sportfonds handelt es sich meist um Investitionen in Sportanlagen, die sich ohnehin der Stadt gehören, aber von den Sportvereinen langfristig gepachtet sind. Der Rat entscheidet über die Vorlage voraussichtlich am 26. Juni.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.